Merkmale der Romantik im Werk

Einführung in die Literatur der Romantik

Der Terminus „Romantik“ geht auf das 18. Jahrhundert zurück und leitet sich aus den Begriffen „romanisch“ und „romantisch“ ab. Beide Adjektive bezeichnen ursprünglich Dialekte, die sich auf der Grundlage des Lateinischen entwickelt haben und mit der Zeit zu Volkssprachen wurden. Heute noch existiert deshalb die Bezeichnung der romanischen Sprachen.

Die Literaturschule der deutschen Romantik ist Teil der als Goethezeit benannten Epoche und kann ungefähr auf den Zeitraum von 1795 bis 1848 eingegrenzt werden. Sie ist nach Orten und beteiligten Personengruppen sehr unterschiedlich, weshalb die Jenaer Frühromantik, die Heidelberger Romantik und die Spätromantik (ab 1815) unterschieden werden. Mit den Ortsangaben sind immer auch besonders prägende Figuren der Romantik verbunden. So hielten sich namhafte Denker, wie Friedrich Schlegel (1772-1829) und dessen Bruder August Wilhelm Schlegel (1767-1845), in Jena auf, während Joseph von Eichendorf (1788-1857), Achim von Arnim (1781-1831) und Clemens Brentano (1778-1842) in Heidelberg lebten. E.T.A. Hoffmann (1776- 1822) gilt als wichtiger Vertreter der Berliner Spätromantik.

Wesentliche literarische Merkmale dieser Epoche sind Naturverbundenheit sowie Kritik an der Vormacht von Wissenschaft und Vernunft. Darüber hinaus widmeten sich die Autoren Themen, wie Sehnsucht und Liebe. Zentral war die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten und der menschlichen Psyche. Die Romantiker wollten dem rationalen Denken der Aufklärung Gefühl und Fantasie als notwendige Ergänzungen entgegensetzen. Ihre Vorbilder waren volkstümliche Märchen und Sagen. Zudem ließ man sich von unterschiedlichen Gattungen und Kunstformen inspirieren und versuchte, diese zusammenzubringen.

Die Romantiker legten großen Wert auf die Kunstästhetik, die vor allem als Rezeptionsästhetik verstanden wurde. Ein Kunstwerk solle allein auf Grundlage einer unvoreingenommenen Wirkung auf den Betrachter und nicht anhand politischer oder moralischer Aspekte bewertet werden. Friedrich von Hardenberg, alias Novalis, (1772-1801) erweiterte diese Kunstauffassung, indem er sie 1798 explizit auf die Literatur und Dichtung bezog. Er wies darauf hin, dass die Poesie aufgrund ihres Selbstzwecks nicht an ein vorgegebenes Regelwerk gebunden sein dürfe. Die romantische Poesie erhielte ihre Normen allein aus der Fantasie des Autors heraus, die der Rezipient nachvollziehen solle.

Nathanael als typischer Romantiker

Schwermütig-empfindsame junge Männer, häufig St...

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