Historischer Hintergrund

Die Restaurationszeit

Nach der Revolution und der Schreckensherrschaft der Jakobiner in Frankreich kam es zum Aufstieg Napoleon Bonapartes (1769-1821), der zunächst auch in Deutschland als reformatorischer Hoffnungsträger Europas gefeiert wurde, dann aber den gesamten Kontinent militärisch vereinnahmte. Nach dessen Niederlagen in Moskau (1812), in der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) und schlussendlich in Waterloo (1815) wurde der Kaiser besiegt und ins Exil auf St. Helena verbannt.

Viele der Hoffnungen auf ein geeintes Deutschland durch die napoleonische Besatzung wurden damals enttäuscht. Im Gegensatz zum Hintergrund der Französischen Revolution 1789, in deren Folge Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit zu zentralen Leitbildern hochstilisiert wurden, sah die politische Realität damals in Deutschland völlig anders aus. Die restaurativen Kräfte ergriffen die Initiative. Die Fürsten wollten die alten Zustände und ihre Macht wiederherstellen.

Das Wort "Restauration" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "wiederherstellen". Der historische Begriff bezeichnet die Wiederherstellung eines politischen Systems bzw. die Wiedereinsetzung einer alten Dynastie, die durch eine Revolution beseitigt worden ist.

Aus dem Wiener Kongress (September 1814 – Juni 1815), der die Wiederherstellung der vorrevolutionären Verhältnisse vorsah, und aus den Karlsbader Beschlüssen (1819), welche die nationalen und liberalen politischen Tendenzen massiv bekämpften, resultierten zahlreiche Konsequenzen für das deutsche Volk. Die Pressefreiheit und Lehrfreiheit in Deutschland wurden aufgrund der Angst vor einer Revolution, und zwar ähnlich derjenigen in Frankrei...

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