Vergleich Clara und Nathanael

Das asymmetrische Verhältnis

Clara und Nathanael kennen sich seit Kindertagen und hegen stets große Sympathien füreinander, bevor sie sich ineinander verlieben (S. 19). Sie sind am Anfang der Erzählung miteinander verlobt, als Nathanael zum Studium nach G. zieht. Doch „die ersten Wolkenschatten zogen durch ihr Leben[,] als er sich trennte“ (S. 21).

Schon in Nathanaels Briefen an Lothar treten sein Abstand und seine intellektuelle Abwertung Clara gegenüber hervor: „Sehr unlieb ist es mir, dass Clara neulich den Brief an Dich aus, freilich durch meine Zerstreutheit veranlagtem, Irrtum erbrach und las.[…] In der Tat, man sollte gar nicht glauben, dass der Geist, der aus solch hellen holdlächelnden Kindesaugen, oft wie ein lieblicher süßer Traum, hervorleuchtet, sogar verständig, so magistermäßig distinguieren könne.“ (S. 16).

Die bodenständige Clara kann als das vernünftige und beständige Gegenstück zu Nathanaels Fantasmen charakterisiert werden. Ihre erwachsene Beziehung ist von ungleicher Dynamik geprägt. Sie liebt Nathanael bedingungslos. Als der Student zum Beispiel zu einem zweiwöchigen Urlaub in seine Heimatstadt zurückkehrt, fliegt Clara ihm voll „Entzücken“ in die Arme (S. 21). Sie versucht aus Sorge, mit Logik und Vernunft ihn von seinen Fantasien zu befreien, während die Liebe des instabilen Nathanael zu ihr von seiner geistigen Gesundheit abhängt.

Streit und Versöhnung

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