Coppola

Der vermutliche Doppelgänger

Der Wetterglashändler Giuseppe Coppola ist ein „piemontesisch[er] Mechanicus“ (S. 12), der sich in Nathanaels Studienort G. aufhält. Er besucht Nathanael „30. Oktober mittags um 12 Uhr“ (S. 3) und bietet ihm seine Waren an. Der Student „kaufte nichts und drohte, ihn die Treppe herabzuwerfen, worauf er aber von selbst fortging“ (S. 3). Das Ereignis bezeichnet Nathanael als „entsetzlich“ (S. 3) und löst bei ihm die traumatische Erinnerung an den Advokaten Coppelius aus. Er deutet Coppolas Erscheinung als „schweres Unheil“ (S. 12).

So beschreibt Nathanael zunächst den italienischen Händler: Er hat in Statur und Gesicht Ähnlichkeit mit dem Advokaten Coppelius, trägt aber andere Kleidung (S. 12). Nathanael glaubt, hinter dem Wetterglashändler den Advokaten Coppelius zu erkennen: „Coppelius Figur und Gesichtszüge sind zu tief in mein Innerstes eingeprägt, als daß hier ein Irrtum möglich sein sollte“ (S. 12).

Nathanael revidiert dann aber seine Meinung in seinem zweiten Brief an Lothar (S. 16), nachdem er von Professor Spalanzani erfahren hat, dass Coppola ein Landsmann von ihm ist: „Der kennt den Coppola schon seit vielen Jahren und überdem hört man es auch seiner Aussprache an, daß er wirklich Piemonteser ist. Coppelius war ein Deutscher, aber wie mich dünkt, kein ehrlicher“ (S. 16).

Der Verkauf des Taschenglases

Erneut tritt Coppola später in der Geschichte noch einmal in Nathanaels Studierzimmer auf, wird aber zuerst von ihm abgewiesen. Doch versucht der ambulante Händler, der kein fließendes Deutsch, sondern nur in gebrochenen Sätzen und Ausrufen spricht, ihm weiter Lorgnetten und Brillen zu verkaufen; „Ei, nix Wetterglas, nix Wetterglas! - hab auch sköne Oke - sköne Oke!“ (S.27).

Dann plötzlich arbeitet Nathanaels Fantasie wie wild und er wirkt wie verzaubert. „Tausend Augen b...

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