Coppelius

Der graue Advokat

Wie Nathanael ihn beschreibt, ist der „alte Advokat Coppelius“ (S. 7) groß, hat breite Schultern, einen großen Kopf, grüne stechende Augen und ein „erdgelbe[s] Gesicht“ und „ buschige grauen Augenbrauen“ (S. 7). Er hat auch eine große Nase, dunkelrote Flecken auf den Wangen, einen schiefen Mund und ein gemeines, teuflisches Lachen (S. 7). Er trägt eine schmale Perücke. Seine Ohren sind rot, seine Hände behaart (S. 7). Seine Stimme ist zischend.

Coppelius‘ Schilderung ist durch die Erinnerungen von Nathanael stark durch seine subjektive Wahrnehmung geprägt. Der auktoriale Erzähler gibt zu, dass Nathanael sich nicht mehr recht erinnern kann und seine Erinnerung von seinen Emotionen stark beeinflusst ist: „Die Gestalt des hässlichen Coppelius war, wie Nathanael selbst es sich gestehen musste, in seiner Fantasie erbleicht[,] und es kostete ihm oft Mühe, ihn in seine Dichtungen, wo er als grauser Schicksalspopanz auftrat, recht lebendig zu kolorieren“ (S.23).

Die Besuche und die Experimente

Der alte Advokat besucht manchmal Nathanaels Familie und bleibt dann zum Mittagessen. Bei den Besuchen ist er stets „in einem altmodisch zugeschnittenen aschgrauen Rocke, ebensolcher Weste und gleichen Beinkleidern“ (S. 7) gekleidet. Nathanael empfindet ihn als „widrig und abscheulich“ (S. 7 f.).

Coppelius scheint sich der Tatsache bewusst zu sein, dass er eine abschreckende Wirkung auf Kinder hat, und nutzt dieses Wissen aus (S. 8). Seine haarigen Fäuste sind den Kindern so zuwider, dass sie alles, „was er damit berührte, nicht mehr mochten“ (S. 8). Der schadenfrohe Coppelius hasst Kinder und nennt sie die „kleinen Bestien“ (S. 8). Diese Haltung bestätigt das Kind Nathanael darin, dass er der fürchterliche Sandmann sein muss.

Nathanaels Mutter mag den Advokaten nicht, aber sein Vater behandelt ihn mit kleinbürgerlicher Unterwürfigkeit, „als sei er ein höheres Wesen“ (S. 8). Ebenfalls werden zum Mittagessen mit dem Advokaten stets die besten Gerichte und teuersten Weine serviert. Nathanaels Vater nennt Coppelius sogar seinen „Meister“ (S. 9). Zusammen führen sie in dem Zimmer des Vaters alchemistische Experimente durch.

Eines Abends beobachtet der neugierige zehnjährige Nathanael heimlich (S. 9 f.) die beiden Männer b...

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