Zeit

Dauer der Handlung

Nathanaels Kindheit

Die gesamte Handlungsdauer des »Sandmanns« erstreckt sich über ca. fünfzehn Jahre. Die Erzählzeit ist damit um einiges kürzer als die erzählte Zeit.

Folgt man der ordo naturalis, der natürlichen Reihenfolge also, muss bei der Kindheit Nathanaels angesetzt werden. Das Ammenmärchen vom bösen Sandmann prägt die Fantasie des Jungen. Er glaubt, die furchterregende Märchengestalt sei lebendig und besuche den Vater regelmäßig in seinem Arbeitszimmer. „Jahrelang dauerte das“ (S. 5), so behauptet Nathanael in seinem Brief. In dieser Zeit wächst sein Wunsch, dem Sandmann leibhaftig gegenüberzutreten.

Als Nathanael zehn Jahre alt (vgl. S. 6) ist, kommt es schließlich zur unangenehmen Konfrontation mit Coppelius, den Nathanael fortan für den Sandmann hält. Nach dieser Schlüsselbegegnung verlässt Coppelius vorübergehend die Stadt, bevor er Nathanaels Vater ein Jahr später wieder besucht (vgl. S. 10). Dieser Besuch endet für den Vater mit einer tödlichen Explosion. Nathanael ist demnach elf Jahre alt, als er zur Halbwaise wird.

Die Rückkehr des Traumas

„[B]ald darauf“ (S. 19) ziehen Clara und Lothar in Nathanaels Elternhaus ein. Nach einigen Jahren verlieben sich Clara und Nathanael ineinander und verloben sich. Kurz darauf zieht Nathanael in die Universitätsstadt G., um dort sein Studium der Physik zu beginnen. Am 30. Oktober eines unbekannten Jahres erhält der Student mittags um 12 Uhr Besuch von einem Wetterglashändler namens Coppola (vgl. S. 3). Nathanael glaubt in dem Hausierer Coppelius wiederzuerkennen, den er noch immer für den bösen Sandmann hält.

Einige Tage nach diesem einschneidenden Ereignis schreibt Nathanael einen Brief an Lothar, in welchem er sowohl von der Begegnung mit Coppola als auch von seinen Kindheitserlebnissen berichtet. Der Brief ist weder mit einer Anrede noch mit einem Datum versehen.

Nathanaels Zeilen landen urtümlich bei Clara, die ihm daraufhin zurückschreibt. Zwischen dem
Erhalt des Briefes und ihrer Antwort liegen deshalb mindestens zwei Tage, da Clara in der Nacht von Alpträumen geplagt wird. Auch muss sie Zeit gehabt haben, mit Lothar über Nathanaels Brief zu sprechen (vgl. S. 13). Als Nathanael Claras Brief erhält, schreibt er an Lothar, nachdem bereits wieder einige Tage vergangen sein müssen. Denn unterdessen sprach Nathanael mit seinem Professor über Coppola ...

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