Lachen

Das vernünftige und positive Lachen

Das Lachen im »Sandmann« hat viele Gesichter. Seine Bedeutung ist eng an die unterschiedlichen Figuren geknüpft. Clara vertritt als Repräsentantin der Aufklärung das Lachen der Vernunft und der Humanität. Ihr „feines ironisches Lächeln“ beschreibt der Erzähler als Merkmal ihres „gar hellen scharf sichtenden Verstand[es]“ (S. 20). Das Lächeln kann als Ausdruck einer durchschauenden Erkenntnis oder als Überheblichkeit einer aufgeklärten Haltung gegenüber romantischer Naivität interpretiert werden: „[…] und das lesen wir denn auch deutlich in dem um Claras Lippen schwebenden feinen Lächeln, wenn wir uns unterfangen, ihr etwas vorzuquinkelieren, das so tun will als sei es Gesang.“ (ebd.).

Auch Nathanael befürchtet, von seinen Freunden nicht ernstgenommen und deshalb ausgelacht zu werden: „Indem ich anfangen will, höre ich dich [Lothar] lachen und Clara sagen: das sind ja rechte Kindereien!“ (S. 4). Dann jedoch beschwört er dieses verachtende Lachen in sarkastischer und selbstzerstörerischer Weise selbst herauf: „Lacht, ich bitte euch, lacht mich recht herzlich aus! – ich bitt euch sehr! – Aber Gott im Himmel! Die Haare sträuben sich mir und es ist, als flehe ich euch an, mich auszulachen, in wahnsinniger Verzweiflung, wie Franz Moor den Daniel.“ (ebd.). Der Hinweis auf Schillers Drama »Die Räuber« (1781) lässt das Lachen wie eine Bestrafung und Erlösung zugleich erscheinen.

Doch Claras Heiterkeit offenbart auch die optimistische Grund...

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