Feuer

Symbol für dämonische Macht

Das Feuer ist ein Leitmotiv, das die gesamte Erzählung in mannigfaltiger sprachlicher Ausgestaltung durchzieht. Ihm können sowohl positive als auch negative Bedeutungen zugeschrieben werden. Unter anderem verleiht Hoffmann dem Feuer etwas Teuflisch-Dämonisches, etwa bei den alchemistischen Experimenten, die Coppelius und Nathanaels Vater durchführen. Nathanaels Eindrücke von der Szene erinnern an das Höllenfeuer. Zwar ist zunächst nur von einem kleinen Herd die Rede, aus dem „eine blaue Flamme [empor]knisterte“ (S. 9).

Dann jedoch wird aus der Flamme ein Feuer. Nathanael beobachtet, wie sich der Vater verbrennt und im Feuerschein zu einem teuflischen Wesen mutiert: „[…] wie sich nun mein alter Vater zum Feuer herabbückte, da sah er ganz anders aus. Ein grässlicher krampfhafter Schmerz schien seine sanften ehrlichen Züge zum hässlichen widerwärtige Teufelsbilde verzogen zu haben.“ (ebd.). Das Feuer tritt hier als etwas auf, das Gutes in Böses verwandelt.

Auch Nathanael bekommt die Flammen schmerzhaft zu spüren. Seiner Erinnerung nach quält Coppelius ihn, indem er sein Haar ansenkt und ihm „glutrote Körner aus der Flamme“ (ebd.) in die Augen streuen will. Offenkundig ist Coppelius im Umgang mit dem Feuer sehr geschickt. Seine scheinbare Macht über das Element rückt ihn in die Nähe des Teufels. Damit steht er im Gegensatz zu Nathanaels Vater, der als Opfer des Feuers dargestellt wird.

Nathanael erkennt in Coppelius den Satan, der seinen Vater zum Teufelswerk verführt hat. Als Letzterer schließlich durch das Feuer umkommt und „mit schwarz verbranntem grässlich verzerrtem Gesicht“ „[v]or dem dampfenden Herde auf dem Boden“ (ebd.) liegt, macht Nathan...

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