Die Schlussszene

Dramaturgie

Die dramatische Schlussszene des »Sandmanns« ist insofern überraschend, als sie auf ein retardierendes Moment folgt. Hoffmann lässt den Leser zunächst in dem Glauben an ein Happy End. So berichtet der Erzähler kurz zuvor von Nathanaels Genesung und der Aussicht auf ein bürgerliches Glück mit geerbtem Häuschen, Familienzusammenführung und der geplanten Vermählung mit Clara.

Daraufhin folgt ein Einschnitt durch einen Orts- und Zeitwechsel: „Es war an der Zeit, dass die vier glücklichen Menschen nach dem Gütchen ziehen wollten.“ (S. 40). Nun also sollen den zuvor beschriebenen rosigen Zukunftsaussichten auch Taten folgen. Hoffmann verlängert das retardierende Moment und beschreibt eine heitere Alltagsszene: Die Freunde Clara, Nathanael und Lothar unternehmen einen letzten Bummel durch jene Stadt, die sie bald verlassen werden.

Clara schlägt zur Mittagszeit vor, noch einmal auf den Ratsturm zu steigen, um ein letztes Mal die schöne Aussicht zu genießen. Da Lothar unten bleiben will und Nathanael und Clara allein hinaufgehen, ergibt sich eine kurze Liebesszene, die ebenfalls verzögernd auf das Geschehen wirkt: „Da standen die beiden Liebenden Arm in Arm auf der höchsten Galerie des Turmes und schauten hinein in die...

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