Erzählmittel und Stilmittel

In „Das Fräulein von Scuderi“ erzählt ein auktorialer Erzähler die Handlung. Er bewertet Dinge und Personen mit der Hilfe von Adjektiven: „Die furchtbare Chambre ardente“ (S. 12). Er kommentiert das Geschehen - hier ein sehr bissiger Kommentar zur Volksmentalität: „… und wie es zu geschehen pflegt, dass das Volk leicht getrieben wird von einem Extrem zum andern …“ (S. 72).

Er kennt die Gefühle der Figuren: „Nun sah die Martiniere ihr Fräulein in der dringendsten Gefahr, alle Liebe zu der teuren Herrschaft, in der sie zugleich die fromme, treue Mutter ehrte, flammte stärker auf im Innern, und erzeugte einen Mut, dessen sie wohl selbst sich nicht fähig geglaubt hätte“ (S. 5). Außerdem beschreibt er Vorgänge, bei denen die Hauptperson nicht präsent ist. Auch wenn dieser Erzähler eigentlich allwissend ist, erzählt er jedoch nicht alles, was es zu wissen gäbe. Daher bekommt die Erzählperspektive streckenweise den Charakter des personalen Erzählers. Dies ist ein Mittel der Kriminalgeschichte, um die Spannung zu erhalten. Wichtige Informationen werden dem Leser vorenthalten, bis Olivier (und darin verschachtelt Cardillac) in sehr langer Rede der Scuderi erklärt, was vorgefallen ist. Durch diese Passagen entsteht der Eindruck für den Leser, als Zeuge live dabei zu sein, als sich der Vorhang des Geheimnisses vor der Titelheldin hebt.

Überhaupt findet man häufig die wörtliche Rede in der Novelle. Nur an wenigen Stellen wird indirekt wiedergegeben, was die Figuren sagen, zum Beispiel in dem Satz: „Die Scuderi(…) meinte, dass man dem Meister Sonderling ja gleich sagen lassen könne, wie man keine Arbeit, sondern nur sein Urteil über Juwelen verlange...

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