Literarischer Hintergrund

Die Weimarer Republik

Um die Rezeption von „Im Westen nichts Neues“ - die von absoluter Unterstützung bis hin zu radikaler Ablehnung reichte – verstehen zu können, ist es nötig, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den 1920er Jahren in Deutschland zu verstehen. Der nationalistische rechte Flügel machte radikale Propaganda gegen den Versailler Vertrag, vor allem gegen den Kriegsschuldartikel. Hindenburg wurde zum Urheber der Dolchstoßlegende.[1] Die Weimarer Republik arbeitete auf einen Ausgleich mit den ehemaligen Kriegsgegnern hin, was die Nationalsozialisten konsequent ablehnten. Stattdessen verherrlichten sie den Krieg und wetterten aus diesem Grund gegen Remarques Erfolgsroman und den pazifistischen Gedanken, der ihm zugrunde liegt.

Im November 1923 wurde die Rentenmark eingeführt, die die enorme Geldentwertung der vergangenen Jahre beendete. Die Weimarer Republik schien sich wirtschaftlich zu stabilisieren. Die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise – mit dem Kurssturz an der New Yorker Börse – traf Deutschland jedoch besonders hart. Die Arbeitslosigkeit stieg innerhalb kürzester Zeit rapide an.

Es kam zu einer politischen Radikalisierung der desillusionierten Bevölkerung, die Akzeptanz der parlamentarischen Ordnung ließ immer stärker nach. Die bürgerlich-demokratischen Parteien zerstritten sich und waren so stark zersplittert, dass keine stabile Regierung mehr realisierbar war. Große Teile der Bevölkerung wandten sich von ihnen ab und suchten nach radikaleren, autoritäreren politischen Alternativen. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Eine der ersten Aktionen der neuen Regierung war die großflächige Verbrennung der „jüdisch-bolschewistischen“ Literatur am 10. Mai 1933. Unter den zu vernichtenden Werken befanden sich auch Remarques Romane. Ihm selbst war es jedoch gelungen, kurz vor der Machtergreifung Hitlers aus Deutschland zu fliehen.

Kriegsroman/Antikriegsroman

Bisher lässt sich in der Literaturwissenschaft keine allgemeingültige Definition für den Terminus „Kriegsroman“ finden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, einen Blick auf die Entstehung und Entwicklung dieses Romantypus zu werfen. Den...

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