Sprache und Stilmittel

Satzbau und Sprache

Remarque beschreibt oft die Kriegshandlung mit kurzen und knappen Sätzen: „Mit einem Male hören die nahen Einschläge auf. Das Feuer dauert an, aber es ist zurückverlegt, unser Graben ist frei. Wir greifen nach den Handgranaten, werfen sie vor den Unterstand und springen hinaus. „Das Trommelfeuer hat aufgehört, dafür liegt hinter uns schweres Sperrfeuer. Der Angriff ist da“ (S. 101). Der Stil ist fast telegrafisch und imitiert den sachlichen Charakter eines Militärrapports.

Im Buch sind Situationen zu finden, in denen der Schriftsteller absichtlich die Sätze aneinanderreiht, ohne einen Punkt zu setzen. Die Eindrücke, die Paul, als er von der Front zurückkehrt, gewinnt, überwältigen ihn. Alles passiert blitzschnell. Auf einmal ist er wieder zu Hause: „Es ist die Küchentür, die geöffnet wurde, sie backen dort gerade Kartoffelpuffer, das Haus riecht danach, heute ist ja auch Sonnabend, und es wird meine Schwester sein, die sich herunterbeugt“ (S. 141). Mit dieser Technik kann der Leser spüren, was und wie schnell Paul alle gewöhnlichen Erlebnisse wieder erlebt.

Paul Bäumer agiert im Roman auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Als einfacher Soldat ist er ein Teil des militärischen Geschehens, als Beobachter entfernt er sich und enthüllt sein persönliches Empfinden. Diese Spaltung wird auch sprachlich deutlich. Die Fronterlebnisse schildert er sachlich, berichtend, die Sprache ist leicht zugänglich: „Morgens sind einige Rekruten bereits grün und kotzen. Sie sind noch zu unerfahren“ (S. 96). In stillen Momenten versucht Paul jedoch, sich von seinem Soldatendasein zu befreien. Schließlich ist er Abiturient, interessiert sich für deutsche Klassik, vor allem für Gedichte. Diese Vorliebe kommt in einigen Szenen auch sprachlich zum Vorschein: „Es sind wunderbar gedankenlose Stunden. Über uns steht der blaue Himmel. Am Horizont helfen hell bestrahlte Fesselballons und die weißen Wölkchen der Flakgeschosse“ (S. 14). Der Protagonist bewahrt sich auf diese Weise ein hohes Maß an Sensitivität.

Eine besondere Bedeutung im Kampf gegen diese Grausamkeit kommt jedoch dem Humor zu. Bäumer stellt fest: „Wir haben Humor, weil wir sonst kaputt gehen“ (S. 100f.). Euphemismen...

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