Fabian und die Politik

Der scharfsinnige Beobachter

Fabian erkennt die Probleme der Weimarer Republik, die in seinem Umfeld offen zutage treten. Er agiert aber im Gegensatz zu Labude nicht aktiv politisch, sondern nur passiv, indem er beispielsweise den Streit zwischen einem Kommunisten und einem Nationalsozialisten schlichtet oder das Angebot ablehnt, für eine rechtsgerichtete Zeitung zu arbeiten. Er vermittelt vielmehr die Haltung, dass er als einzelne Person nichts ausrichten kann. Fabian empfindet sich als Einzelgänger und zählt sich nicht zu einer größeren politischen Gruppe dazu.

Fabian ahnt, dass sich bereits der „Untergang Europas“ (S. 50) ankündigt und hat „das lächerliche Bedürfnis“ (S. 50), diesen Untergang in Berlin erleben zu wollen. Dabei spottet er über sich selbst: „Das hatte er davon, dass er sich einbildete, der Globus drehe sich nur, solange er ihm zuschaue.“ (S. 50). Er erkennt klar, dass die Idee Europa in diesen Zeiten auf Eis gelegt ist: „Europa hatte große Pause. Die Lehrer waren fort. Der Stundenplan war verschwunden. Der alte Kontinent würde das Ziel der Klasse nicht erreichen. Das Ziel keiner Klasse!“ (S. 50).

Der stille Rebell

Fabian macht sich viele Gedanken über das Leben und die Gesellschaft, aber er arbeitet nicht aktiv daran, Veränderungen durchzusetzen. Labude, der sich politisch in starkem Maß engagiert, weist seinen Freund darauf hin, dass er endlich weiterkommen und sich im Leben ein Ziel setzen muss. Doch Fabian zeigt keinerlei Ehrgeiz, seine berufliche Karriere voranzutreiben: „Ich kann vieles und will nichts. Wozu soll ich vorwärtskommen? Wofür und wogegen?“ (S. 57).

Der junge Germanist sieht keinen Sinn darin, in einem System zu funktionieren. Es ist ihm egal, ob er Adressen schreibt, Plakate bedichtet oder mit Rotkohl handelt, denn all dies sind keine erfüllenden Aufgaben für einen erwachsenen Menschen, sondern sie werden nur deshalb ausgeübt, ...

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