Fabians Scheitern und Tod

Das Scheitern in Berlin

Der junge promovierte Germanist Fabian verbringt seine Zeit damit, „neugierig zuzusehen, ob die Welt zur Anständigkeit Talent“ (S. 67) hat. Er versucht, stets moralisch zu handeln, obwohl er sich in einer völlig amoralischen Welt bewegt, und steht kurz davor, selbst zu einem Teil dieser Welt zu werden. Dies zeigt sich an der Behandlung von Frau Hetzer und Cornelia, nachdem sie mit dem Filmregisseur Markat zusammengekommen ist (siehe dazu Abschnitt „Die Moral und Fabian“).

Doch grundsätzlich ist Fabian ein moralischer Mensch, der alle in seinem Umfeld unterstützen will: Er verschenkt sein Geld, obwohl er selbst kaum etwas hat, lädt einen Bettler und einen Obdachlosen ein und kauft einem kleinen Mädchen den Aschenbecher, den dieses kurz zuvor stehlen wollte, um ihn ihrem Vater zu schenken. Er opfert sich für andere auf, um zumindest für einen kurzen Moment moralisch handeln zu können. Doch diese kurzen Episoden ändern nichts an den Umständen, ihre Wirkung verpufft schon nach kurzer Zeit. Er schafft es nicht, mit seinem Handeln anderen so dauerhaft ein Vorbild zu sein, dass sie sich zum Positiven hin verändern.

Nach dem Selbstmord Labudes und dem Verlust von Cornelia findet er keinen Sinn mehr darin, weiterhin in Berlin zu leben. Er ist enttäuscht und angewidert von der ganzen Situation. Mit der Rückkehr in seine Heimatstadt Dresden verfolgt er die Absicht, sich nicht mehr von der Großstadt korrumpieren zu lassen und zu seinen Wur...

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