Stephan Labude

Der vermögende Student

Stephan Labude ist - wie Fabian - promovierter Germanist. Er ist Fabians bester Freund und die beiden kennen sich seit dem gemeinsamen Studium in Heidelberg (S. 244). Der Leser erfährt kaum etwas darüber, wie er aussieht oder wie alt er ist. Er ist vermutlich Anfang dreißig wie Fabian und arbeitet er zu Beginn der Handlung seit fünf Jahren an einer literaturhistorischen Habilitationsschrift über Lessings gesammelte Werke, welche die bisherigen Forschungen infrage stellt (S. 54).

Stephan stammt aus einer sehr reichen und angesehenen Berliner Familie, die in einer Villa im Berliner Westen lebt. Fabian besucht Labude deshalb nicht gerne in der Villa in Grunewald, da er den Aufwand, der für solche Häuser betrieben werden muss, als „albern“ (S. 87) empfindet und sich dort stets fremd fühlt. Ebenso glaubt er nicht, dass das Ehepaar Labude in einem solchen „Wohnmuseum“ (S. 87) eine gesunde Beziehung pflegen kann, eine Vermutung, die sich als richtig erweist (siehe dazu Abschnitt ”Fritz Labude und Frau Labude“).

Stephans Eltern leben getrennt und befürchten, einander zu treffen: „Und Stephan, der Sohn, mußte, wenn er seinen Eltern begegnen wollte, auf die Gesellschaften gehen, die sie im Winter gaben. Da ihn diese Veranstaltungen von Jahr zu Jahr mehr abstießen, bis er sie endlich nicht mehr besuchte, traf er seine Eltern nur noch aus Versehen." (S.77). Von ihnen erhält Stephan viel Geld, aber keine richtige Liebe und Aufmerksamkeit.

Während Fabian stets Geldsorgen hat und eine schlecht bezahlte Arbeit annehmen muss, um zu überleben, verbringt Stephan seine Tage in der Bibliothek (S. 52) und muss sich sein Studium nicht selbst finanzieren, da er stets genug Geld von seinen Eltern bekommt. Er kann an seiner literaturhistorischen Habilitationsschrift über Lessing in aller Ruhe arbeiten und kann auch seinen Freund Fabian mit Geld (S. 85) unterstützen, da er immer mehr davon hat, „als notwendig ist“ (S. 88).

Stephan hat heimlich eine Zweitwohnung im Stadtzentrum angemietet, in die er sich dann zurückzieht, „wenn ihm der Westen, die noble Verwandtschaft, die Damen der guten Gesellschaft und das Telefon auf die Nerven gingen“ (S. 53). Ebenso geht er dort „wissenschaftlichen und sozialen Neigungen“ (S. 53) nach. Doch wie Fabian ist auch er nicht mit seiner persönlichen Situation zufrieden. Er beneidet Menschen, die ein geregeltes Leben und eine Familie haben (S. 84).

Stephans politisches Engagement

Im Gegensatz zu Fabian ist Labude politisch aktiv und ein Ide...

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