Jakob Fabian

Jugend, Studium, Beruf und Kündigung

Schulzeit

Dr. phil. Jakob Fabian, der Hauptprotagonist des gleichnamigen Romans von Erich Kästner, ist 32 Jahre alt (S. 152). Seine Haarfarbe ist braun (S. 13), sein Geburtstag ist im Februar (S. 14). Er hat keine Geschwister (S. 83). Seine Eltern besitzen ein Seifengeschäft in Dresden.

Fabian besucht während seiner Schulzeit ein evangelisches Internat in der Innenstadt von Dresden. Abends stiehlt er sich heimlich von dort davon, um nach seiner kranken Mutter zu sehen (S. 125, 246). Als er nach den Ereignissen in Berlin gegen Ende der Handlung als Erwachsener nach Dresden zurückkehrt, kommt ihm das große, graue Gebäude des Internats wie eine Kaserne vor und es wirkt auf ihn, „als sei es bis unters Dach mit Kindersorgen angefüllt“ (S. 246). Er betritt die Schule und stellt fest, dass dieselben Lehrer mit denselben Spitzennamen immer noch dort unterrichten (S. 247).

Den damaligen Tagesablauf empfindet er als Schüler als eine ununterbrochene Hetze: „Früh läutete der Hausmeister. Die Jagd begann: Schlafsaal, Waschsaal, Schrankzimmer, Speisesaal. […] Die Jagd ging weiter: Freizeit, Gartendienst, Fußballspiel, Wohnzimmer, Schularbeiten, Klassenzimmer, Speisesaal. […] Die Jagd ging weiter: Wohnzimmer, Schularbeiten, Waschsaal, Schlafsaal.“ (S. 247).

In der Aula erinnert er sich an die vielen verschiedenen Versammlungen, die dort stattgefunden haben (S. 247). Er fragt sich, ob man immer noch strammstehen muss, wenn ein Lehrer vorbeigeht, oder Zeitungen zu Toilettenpapier zerschneiden muss, wenn einem der Ausgang entzogen wurde (S. 247-248). Rückblickend hat er nur wenige gute Erinnerungen an seine Schulzeit: „Hatte er immer nur die Lüge gespürt, die hier umging, und die böse heimliche Gewalt, die aus ganzen Kindergenerationen gehorsame Staatsbeamte und bornierte Bürger machte? Es war manchmal schön gewesen, aber nur trotzdem.“ (S. 248).

Immer noch ist im Internat alles „militärisch ausgerichtet“ (S. 248). Fabian hat den Missbrauch, der stillschweigend geduldet wurde, nicht vergessen: „Nachts waren die Primaner aus dem Park herausgekommen und hatten sich zu erschrockenen Quintanern und Quartanern ins Bett gelegt. Die Kleinen hatten [dazu] geschwiegen. Ordnung musste sein.“ (S. 248). Oft sehnt sich Fabian während seiner Internatszeit nach seiner kranken Mutter und muss diesbezüglich die Tränen unterdrücken. Auch seine Mitschüler leiden sehr unter den Zuständen im Internat: „Ein paar hatten sich erschossen. […] Später waren noch etliche gestorben. Heute war die Hälfte der Klasse tot.“ (S. 248).

Fabians erste Jobs

Während seines Studiums lebt Fabian zwei Semester in der Belle-Alliance-Straße bei einer alten Geheimratswitwe (S. 122). Er verfügt nur über wenig Geld und kann sich daher nur Nudeln mit Sacharin in der Mensa leisten. Seitdem er dies drei Mal wöchentlich essen muss, verabscheut er Süßes (S. 9).

 Im Inflationswinter 1923 hat er kein Geld zum Heizen und muss im Mantel Vorträge für die Universität erarbeiten. Sonntags wird er ab und zu von der Witwe zum Essen eingeladen (S. 122). Er promoviert in Germanistik und arbeitet im selben Jahr seines Abschlusses als Adressschreiber beim Messeamt (S. 46). Der Abschluss seiner Promotion liegt zum Zeitpunkt des Beginns der Handlung sechs Jahre zurück (S. 52). Für die mündliche Prüfung muss er sich unter anderem mit Descartes „Betrachtungen über die Grundlagen der Philosophie“ (S. 52) auseinandersetzen.

Während der Inflation arbeitet er als Verwalter von Börsenpapieren für eine Aktiengesellschaft. Zwei Mal am Tag muss er den Effektivwert der Papiere ausrechnen, damit die Inhaber wissen, wie hoch ihr Kapital ist (S. 45). Danach kauft er sich einen Grünwarenladen, den er Doktor Fabians Feinkosthandlung nennt. Jeden Morgen eilt er mit einem wackligen Handkarren in die Markthalle, um frische Waren einzukaufen (S. 46).

Der pflichtbewusste Werbetexter

Fabian kann trotz seiner akademischen Ausbildung keine Beschäftigung finden, die seinen intellektuellen Fähigkeiten entspricht, und arbeitet zu Beginn der Handlung für eine Zigarettenfabrik als Werbetexter (S. 44). Er muss Schlagzeilen für Plakate und gereimte Zweizeiler für Inserate verfassen. Diese Tätigkeit kommt ihm sinnlos vor und er erledigt sie ohne Genugtuung: „Er tat seine Pflicht, obwohl er nicht einsah, wozu.“ (S. 45).

Als sein Kollege Fischer ihm berichtet, dass neue Kündigungen anstehen, ihn fragt, was er in diesem Falle tun will, gibt sich Fabian bewusst unbeeindruckt: „Wenn ich hier fliege, suche ich mir einen neuen...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen