Cornelia Battenberg

Die schlechten Männererfahrungen der jungen Juristin

Die Juristin Cornelia Battenberg ist fünfundzwanzig Jahre alt. Sie ist Rechtsreferendarin und hat eine Dissertation zum internationalen Filmrecht verfasst. Cornelia lebt erst seit kurzer Zeit in Berlin, da eine große Berliner Filmgesellschaft sie in ihrer Vertragsabteilung volontieren lassen will und ihr ein Monatsgehalt von 150 Mark bietet (S. 111).

Cornelia wurde in der Vergangenheit von zwei Männern „stehengelassen wie ein Schirm, den man absichtlich irgendwo vergisst“ (S. 101) und ist deshalb desillusioniert: „Wenn wir einen Mann liebhaben, liefern wir uns ihm aus. Wir trennen uns von allem, was vorher war, und kommen zu ihm. […] Allmächtiger, denkt er, nun habe ich sie auf dem Hals. Leichten Herzens schenken wir ihm, was wir haben. Und er flucht. Die Geschenke sind ihm lästig. Erst flucht er leise, später flucht er laut. Und wir sind allein wie nie zuvor.“ (S. 101).

Die romantische Seite der Liebe ist für Cornelia völlig überholt: „Früher verschenkte man sich und wurde wie ein Geschenk bewahrt. Heute wird man bezahlt und eines Tages, wie jede bezahlte und benutzte Ware, weggetan.“ (S. 103). Als der zweite Mann sie verlässt, wird sie von ihrer Mutter als „Dirne“ (S. 102) bezeichnet. Cornelia erinnert sie daraufhin daran, dass sie ihren ersten Mann mit achtzehn hatte und ihr erstes Kind mit neunzehn Jahren bekam, jedoch glaubt ihre Mutter, dass das damals „etwas ganz anderes“ (S. 103) war.

Das Treffen mit Fabian

Fabian lernt die junge Juristin im Atelier der lesbischen Künstlerin Ruth Reiter kennen. Cornelia und Ruth stammen aus derselben Stadt und gingen zusammen auf dieselbe Schule. Cornelia trifft dort in Berlin wieder auf Ruth, die sie zu „Informationszwecken“ (S. 101) zu sich in ihr Atelier einlädt, in dem völlige erotische Enthemmung, lockere sexuelle Kontakte und tabuloses Triebleben stattfinden. Fabian findet, „sie passe nicht ins Milieu“ (S. 100).

Cornelia mag die obszönen Handlungen im Ruths Atelier nicht und verbirgt sich daher hinter Plastiken. Hier treffen sich Fabian und Cornelia. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Gespräch über Partnerschaft und das Zusammenleben zwischen Mann und Frau. Cornelia begegnet Fabian von Anfang an überraschend offen und ehrlich. Sie berichtet ihm ernsthaft von ihren schlechten Erfahrungen, in deren Rahmen sie zwei Mal verlassen worden ist: „Stehengelassen wie ein Schirm, den man absichtlich irgendwo vergisst“ (S. 101).

Bei dem anschießenden Besuch eines lesbischen Klublokals fühlt sich Cornelia erneut unwohl, auch weil Fabian ihr vor Augen führt, dass viele der dort anwesenden Frauen nur deshalb lesbisch sind, da sie von den Männern enttäuscht wurden (S. 106-107). Sie bittet Fab...

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