Sidonie

Das fremde Findelkind

Das Roma-Mädchen Sidonie ist die Hauptfigur der Erzählung. Sie wird, wie auch alle übrigen Personen, allein aus der Sicht des Autors Erich Hackl beschrieben. Sidonie ist das uneheliche Kind der Roma-Angehörigen Maria Berger (S. 90). Ihr Vater ist vermutlich Robert Larg (S. 54). Geboren wurde Sidonie im Juni 1933 „auf der Straße nach Altheim(S. 7).

Am 18. August 1933 findet der Pförtner des Steyrer Krankenhauses den Säugling Sidonie nachts vor dem Eingang des Gebäudes (S. 7/8). Auf einem beigefügten Zettel stehen ihr Name „Sidonie Adlersburg“ sowie die „Bitte um Eltern“ (S. 7). Da die leiblichen Eltern des Säuglings zunächst nicht ermittelt werden können, gibt das Jugendamt Sidonie in die Obhut der Familie Breirather. Dort wächst das Mädchen gemeinsam mit seinem älteren Stiefbruder Manfred auf, dem leiblichen Sohn der Pflegeeltern. Zwei Jahre später nimmt die Familie ein weiteres Pflegekind auf: Hilde. Sie ist vier Monate älter als Sidonie (S. 47).

Sidonies Pflegeeltern, Hans und Josefa Breirather, behandeln sie wie ihr eigenes Kind (S. 30). Sidonie fühlt sich sehr wohl bei ihnen und betrachtet sich als rechtmäßiges Kind der Breirathers (S. 56). Als Hans und Josefa ihr erzählen, dass sie als Säugling angenommen wurde, will Sidonie dies nicht wahrhaben. Manchmal behauptet sie daher, „von Josefa empfangen worden zu sein“ (ebd.). Sidonie ist zudem sehr liebebedürftig und besitzt die „Neigung, den Pflegeeltern durch Liebesbeweise zu schmeicheln“ (S. 83).

Sidonies Aussehen verrät ihre Herkunft und unterscheidet sich deutlich von dem ihrer Mitmenschen. Sie besitzt eine „dunkle Hautfarbe“ (S. 50), „blauschwarz schimmernde Haare“ (ebd.) und „dichte Brauen“ (S.8). Der Erzähler beschreibt Sidonie als „schön trotz der krummen Beine“ (S.31), die das Mädchen aufgrund einer Rachitis-Erkrankung im Säuglingsalter zurückbehält.

Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft

Sidonie hat ein „offenes, unbeschwertes Wesen“ (S. 31). Ihren Mitmenschen gegenüber zeichnet sie sich durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aus (S. 75). Sidonie behält diese Eigenschaften auch dann bei, als sie immer häufiger mit Ablehnung konfrontiert wird (ebd.).

Zudem entwickelt sie bereits als Neunjährige ein gesundes Selbstbewusstsein: Am Pfingstsonntag des Jahres 1942 fährt Sidon...

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