Charakterisierung

Die Figuren der Dokumentarerzählung „Abschied von Sidonie“ werden hier vorgestellt und ausführlich charakterisiert. Dabei wird weniger auf das Aussehen einer Person eingegangen, denn dieses ist nur bezüglich Josefa und ihrer Pflegetochter Sidonie bekannt. Vielmehr werden die Charaktere der Figuren umfangreich beschrieben.

Nicht nur die Familie Breirather, Josepha, Hans und ihre Kinder Manfred, Sidonie und Hilde, werden gründlich geschildert, sondern auch die Bürger von Letten, die in Sidonies Leben eine wichtige Rolle spielen. Sidonies Lehrerin gestaltet beispielsweise ihren Unterricht im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie und weist Sidonie ab. Der Bürgermeister von Letten bricht auch plötzlich sein Versprechen, dem Breirathers zu helfen. Die Papierhändlerin Rosa Hinteregger hat ein gutes Herz, aber das ist nicht genug. Die Jugendamtsleiterin Frau Korn und die Fürsorgerin Frau Grimm zeigen kein Mitleid. Sidonie wird erst in einem „Zigeunerlager“ unterbracht und dann nach Auschwitz deportiert.

Da der Autor nur sehr wenige Adjektive verwendet, werden die Eigenschaften der Personen aus ihren Verhaltensweisen heraus gedeutet und ausführlich dargestellt. Dabei sind die einzelnen Abschnitte durch gesonderte Überschriften gekennzeichnet und ordnen die Darstellung verschiedenen Themenbereichen zu. Dies erleichtert die Arbeit mit den Dokumenten und sorgt für eine klare inhaltliche Struktur.

Aufgrund des dokumentarischen Charakters der Erzählung wurden auch spätere Originalaussagen der beteiligten Personen oder Zeugen im Text verarbeitet und lassen weitere Schlüsse auf deren Verhaltensweisen zu. Die Charakterisierungen beschreiben die Handlungen der einzelnen Personen und ihren Einfluss auf das Gesamtgeschehen. Die wichtigsten Aussagen über die Figuren werden zudem durch entsprechende Zitate belegt.