Else Lasker-Schüler

Else Lasker – Schüler wird 1869 in Eberfeld, heute ein Stadtteil Wuppertals, geboren. Als Tochter eines jüdischen Bankiers kommt sie aus gutbürgerlichen, wohlhabenden Verhältnissen. Nach zwei gescheiterten Ehen, eine davon mit Herwarth Walden, dem Herausgeber der wichtigsten expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“, lebt sie von der finanziellen Zuwendung durch Freunde in Berlin.

Wie keine zweite Dichterin versucht Else Lasker – Schüler, ihre Selbstbestimmung als Künstlerin mit ihrem täglichen Leben zu verbinden: Sie lebt zeitlebens in ärmlichen Verhältnissen, da sie keinem Broterwerb nachgeht, und pflegt einen extravaganten Lebensstil. Als einzige Frau und aufgrund ihrer unorthodoxen Lebensweise ist sie in der literarischen Avantgarde bekannt und mit zahlreichen berühmten Künstlern und Intellektuellen befreundet.

Schon im Jahr 1902 publiziert sie ihren ersten Gedichtband “Styx“. Neben den beiden weiteren Lyrikbänden, „Meine Wunder“ (1911) und die „Hebräischen Balladen“ (1919, mit denen sie sich als Lyrikerin etabliert, verfasst Lasker – Schüler eine Erzählung und ein Drama, für das sie 1932 den Kleistpreis erhält.

Else - Laskers Lyrik kennzeichnet ein starker „Ich – Bezug“, der sie von den anderen Lyrikern der Expressionismus differenziert. Aber auch in der Wahl ihrer Themen und Motive unterscheidet sich ihr Schaffen von denen anderer expressionistischer Dichter. Sie entwirft durch die Gedichte eine Fantasiewelt. Ihre Lyrik ist von mythischen, religiösen oder orientalischen Traumbildern und Metaphoriken durchzogen, die sie mit modernen Ausdrucksformen verknüpft. Sie erfindet poetische Fantasiefiguren, mit denen sie sich vollkommen identifiziert, so nennt sie sich selbst Prinz von Theben oder Prinz Jussuf.

Ihre Gedichte spiegeln grundlegende Motive wider, wie die der Sehnsucht und der Liebe, die sie in symbolischer Sprache zum Ausdruck bringt. In ihrer Sprache findet sie zu einer ganz eigenen Ausdrucksform, und zwar durch die experimentellen Formen und den Umgang mit den Wörtern. Wortneuschöpfungen, eine ausgeprägte Farbsymbolik und eine bewusste Inszenierung der Klanglichkeit der Worte kennzeichnen ihre Lyrik.

1933 muss Lasker – Schüler als Jüdin in die Schweiz emigrieren und lebt seit 1937 bis zu ihrem Tod 1945 in Jerusalem.