Adaption und Verbreitung

Theater

Die herausragendsten Inszenierungen der »Weber« spiegelten den jeweils herrschenden Theaterstil wider. Während sich die Bühnendarstellungen in den Folgejahren der Uraufführung durch naturalistische Genauigkeit auszeichneten, setzte man in der Weimarer Republik (1918-1933) auf die starken Effekte des expressionistischen Theaters. 

Zwischen 1933 und 1945 fanden im faschistischen Deutschland keine Aufführungen der »Weber« statt. Die Nationalsozialisten versuchten jedoch, das Werk für sich zu vereinnahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Weberdrama durch moderne Inszenierungen junger Nachwuchsregisseure neu belebt. Das Stück erfuhr eine Vielzahl von Aufführungen, insbesondere im Gerhart-Hauptmann-Jahr 1962 mit mindestens sechs Inszenierungen an großen ost- und westdeutschen Bühnen. 

Die Bühnenadaptionen der Nachkriegszeit schieden sich insbesondere an der Frage, ob »Die Weber« als sozial-kritisches oder allgemein-humanistisches Drama gespielt werden sollten. So versuchte man in der DDR, stärker als dies im Westen der Fall war, durch Hauptmanns Werk die aktuellen Klassenkampfgeschehnisse zu thematisieren.

Die eindrücklichsten Inszenierungen um die Jahrtausendwende stammen von Frank Castorf und Volker Lösch. Castorf brachte Hauptmanns Drama 1997 an der Berliner Volksbühne zur Auf...

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