Baumert

Die notleidende Weberfamilie

Robert Baumert, auch „der alte Baumert“ genannt, ist Webermeister von Kaschbach. Gemeinsam mit seiner Frau, seinem geistig behinderten Sohn August (20), seinen Töchtern Emma (22) und Bertha (15) sowie dem vierjährigen Enkelsohn Fritz bewohnt er ein enges, verrußtes und herunter-gekommenes Weberstübchen. Es wird ihnen vom Häusler Ansorge vermietet, der selbst völlig verarmt und verschuldet ist.

Am Beispiel der Familie Baumert schildert Hauptmann das menschenunwürdige und perspektivlose Leben der Weber: ruinöse Wohnverhältnisse, lumpige Kleider, Mangelernährung, Krankheiten, prekäre Lohn- und Arbeitsbedingungen. Bis zur Selbstaufgabe widmen sich alle Familienmitglieder dem Weberhandwerk. Die harte Arbeit bringt die Baumerts an ihre körperlichen Grenzen, noch dazu, da der defekte Ofen die Lungen schädigt (vgl. S.36)Die mittellose Familie kann weder Licht noch Ofenreparatur bezahlen, geschweige denn die Miete für ihr „verräucherte[s] Geniste“ (S. 53) aufbringen. 

Wie sehr die Weber an Hunger leiden, zeigt sich, als der alte Baumert einen streunenden Hund schlachten muss (vgl. S. 16, 38). Der fromme Weber bedauert, dass sich die Familie aus Mangel an annehmbarer Kleidung nicht „amal vor a Leuten sehn lassen oder an Schritt in die Kirche machen“ (S. 35) ...

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