Zusammenfassung der Sinnabschnitte

Da die Erzählung nicht in Kapitel unterteilt ist, wird sie im Folgenenden in sieben Sinnabschnitte gegliedert. Diese sind zum besseren Verständnis mit Überschriften versehen, welche den jeweiligen Inhalt zusammenfassen.

Der Ich-Erzähler kam wenige Jahre nach Kriegsende zur Welt. Er beschreibt einige Jahre seiner Kindheit und Jugend, die von der verzweifelten Suche seiner Eltern nach ihrem erstgeborenen Sohn Arnold, der am Ende des 2. Weltkriegs während der Flucht der Familie aus Pommern (dem heutigen Polen), verloren ging,  überschattet werden. In seinem Bericht erinnert er sich daran, wie er als Kind und Jugendlicher den Verlust seines älteren Bruders, den er nie kennenlernen konnte, wahrgenommen hat.

Die Vorgeschichte: Der angeblich verhungerte Bruder

Seiten: S. 7-12

Schauplatz:  Eine unbenannte Stadt der Bundesrepublik in Ostwestfalen, das Wohnzimmer der Familie des Ich-Erzählers

Zeit: Nicht näher bestimmte Kindheitsjahre des Erzählers, vermutlich Anfang/Mitte der 1950er Jahre

Personen: Ich-Erzähler, Mutter, Arnold

Zusammenfassung:

Die Erzählung beginnt mit einer Situation, in welcher der Ich-Erzähler gemeinsam mit seiner Mutter ein Foto betrachtet: Es zeigt den lachenden Arnold, wie er als Kleinkind auf einer weißen Wolldecke sitzt. Im Jahr 1945, also kurz nach dieser Aufnahme, waren die Eltern des Berichterstatters aus ihrer Heimat in den deutschen Ostgebieten vor der russischen Armee geflohen. 

Der Ich-Erzähler beneidet seinen Bruder, denn die Fotografie befindet sich an erster Stelle des Albums. Die Bilder des Erzählers erscheinen hingegen erst viel weiter hinten und zeigen außerdem immer nur ein bestimmtes Körperteil von ihm, wie den rechten Arm, einen Fuß oder ein Auge. Der Berichterstatter bemängelt die Tatsache, dass seine Mutter sich viel mehr für die Fotos von Arnold interessiert, während sie den Abbildungen von ihm selbst nur eine geringe Beachtung schenkt. Zudem wundert er sich darüber, dass die Mutter häufig dann weinen muss, wenn sie Bilder von Arnold betrachtet.

Einige Jahre später offenbart die Mutter dem Erzähler, sein Bruder sei auf der Flucht vor den Russen verhungert. Daraufhin findet sich der Erzähler zunächst mit der besonderen Rolle Arnolds innerhalb der Familie ab. Gleichzeitig ist er sogar ein bisschen stolz darauf, im Gegensatz zu seinen Spielkameraden einen toten Bruder zu besitzen.

Abschnitt 1: Die Wahrheit über den verlorenen Arnold

Seiten: S. 12-32

Schauplatz: Elternhaus des Erzählers in einem nicht näher bestimmten Ort Ostwestfalens; Teutoburger Wald und Umgebung.

Zeit: Vermutlich Anfang der 1960er Jahre 

Personen: Erzähler, Mutter, Vater, Arnold, Tante Hilde

Zusammenfassung:

Eine unbestimmte Zeit später erfährt der kindliche Erzähler jedoch von seiner Mutter, dass sein Bruder noch lebt und seit der Flucht der Eltern verschollen ist: Die Mutter habe Arnold während der Flucht, aus Angst von russischen Soldaten ermordet zu werden, in Panik einer wildfremden Frau in den Arm gelegt. Zwar haben die Eltern den Vorfall überlebt, dennoch hätten die Russen ihr etwas Schreckliches angetan. 

Nachdem der Erzähler die Wahrheit über seinen Bruder erfahren hat, leidet er bei allem, was er tut, unter großen Schuld- und Schamgefühlen. Diese negativen Emotionen sind dann besonders stark, wenn er sonntags Ausflüge mit dem Auto oder Spaziergänge mit seinen Eltern unternimmt. Er kann sich diese Gefühle nicht erklären und bemerkt, dass auch Vater und Mutter traurig und bedrückt erscheinen und die gemeinsame Zeit nicht genießen können. 

Daher entwickelt der Ich-Erzähler eine so starke Abneigung gegen die gemeinsamen Ausflüge, dass dem Jungen bei den Autofahrten übel wird und er sich übergeben muss. Aus diesem Grund darf er fortan allein zu Hause bleiben, während die Eltern ohne ihn wegfahren. 

Die einsamen Sonntage verbringt der Berichterstatter dann meistens mit Radiohören. Dabei üben vor allem russische Sender eine große Faszination auf ihn aus, obwohl er die Sprache nicht versteht. Der Erzähler glaubt, dass die russischen Sätze in irgendeiner Form etwas mit seiner Familie und dem Schrecklichen zu tun haben, dass der Mutter angetan wurde.

Obwohl der Vater zu dieser Zeit ein Fernsehgerät angeschafft hat, möchte er nicht, dass sein Sohn oder die Mutter sich Filme anschaut. Seiner Ansicht nach hält das Fernsehen die Menschen nur vom Arbeiten ab. Die Mutter und der Ich-Erzähler schauen sich hingegen oft und vor allem dann, wenn der Vater nicht zu Hause ist, gemeinsam Filme an. Wenn jedoch intime Szenen gezeigt werden, sind diese Mutter und Sohn sehr unangenehm und peinlich. Meis...

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