Zusammenfassung

Ein kurzer Moment nur und das Leben der Familie des Ich-Erzählers ist ruiniert: Am 20. Januar 1945  hat die vertriebene Mutter während ihrer Flucht aus den Ostgebieten aus Angst, von russischen Soldaten ermordet zu werden, ihren erstgeborenen Sohn Arnold in Panik einer wildfremden Frau in den Arm gelegt. Der Säugling ist damit verloren gegangen. 

Das Trauma, das die Verzweiflungstat verursacht, hinterlässt tiefe Spuren, bedingt die sozialen und affektiven Beziehungen der Familienmitglieder und lässt die Familie noch viele Jahre danach nach dem "Findelkind 2307" suchen. Der Ich- Erzähler und Bruder des Verlorenen leidet während seiner Kindheit und Jugend besonders unter diesen Umständen.

Hans-Ulrich Treichels Novelle Der Verlorene (1998) ist nicht in Kapitel aufgeteilt. Der Autor hat sie nur an zwei Stellen durch Absätze inhaltlich unterbrochen. Um das Arbeiten mit der Novelle etwas einfacher zu gestalten, haben wir den Text in acht Sinnabschnitte untergliedert und diese mit Seitenzahlen versehen. Auf diese Weise kannst Du leichter die spannende Geschichte überblicken und die einzelnen Textstellen finden und zuordnen. Jeder Erzählabschnitt ist mit einer Überschrift versehen, die den wesentlichen Inhalt zusammenfasst. 

Zu Beginn einer jeden Episode werden die mitwirkenden Personen aufgeführt und die Schauplätze genannt, an denen sich das Handlungsgeschehen ereignet. Am Schluss eines jeden Abschnitts erfolgt eine Inhaltsangabe, welche die wichtigsten Ereignisse der Novelle zusammenfasst. 

Unsere gründliche Zusammenfassung der Sinnabschnitte haben wir für Dich mit einer detaillierten Inhaltsangabe, einer kurzen Zusammenfassung und einer Figurenkonstellation ergänzt und Dir damit eine optimale Grundlage für die Erstellung weiterer Dokumente, wie beispielsweise einer Analyse und Interpretation oder für die Vorbereitung auf Klausuren, Referate, Abitur oder Matura geschaffen.  

Die Vorgeschichte: Der angeblich verhungerte Bruder

Seiten: S. 7-12

Schauplatz:  Eine unbenannte Stadt der Bundesrepublik in Ostwestfalen, das Wohnzimmer der Familie des Ich-Erzählers

Zeit: Nicht näher bestimmte Kindheitsjahre des Erzählers, vermutlich Anfang/Mitte der 1950er Jahre

Personen: Ich-Erzähler, Mutter, Arnold

Zusammenfassung:

Die Erzählung beginnt mit einer Situation, in welcher der Ich-Erzähler gemeinsam mit seiner Mutter ein Foto betrachtet: Es zeigt den lachenden Arnold, wie er als Kleinkind auf einer weißen Wolldecke sitzt. Im Jahr 1945, also kurz nach dieser Aufnahme, waren die Eltern des Berichterstatters aus ihrer Heimat in den deutschen Ostgebieten vor der russischen Armee geflohen. 

Der Ich-Erzähler beneidet seinen Bruder, denn die Fotografie befindet sich an erster Stelle des Albums. Die Bilder des Erzählers erscheinen hingegen erst viel weiter hinten und zeigen außerdem immer nur ein bestimmtes Körperteil von ihm, wie den rechten Arm, einen Fuß oder ein Auge. Der Berichterstatter bemängelt die Tatsache, dass seine Mutter sich viel mehr für die Fotos von Arnold interessiert, während sie den Abbildungen von ihm selbst nur eine geringe Beachtung schenkt. Zudem wundert er sich darüber, dass die Mutter häufig dann weinen muss, wenn sie Bilder von Arnold betrachtet.

Einige Jahre später offenbart die Mutter dem Erzähler, sein Bruder sei auf der Flucht vor den Russen verhungert. Daraufhin findet sich der Erzähler zunächst mit der besonderen Rolle Arnolds innerhalb der Familie ab. Gleichzeitig ist er sogar ein bisschen stolz darauf, im Gegensatz zu seinen Spielkameraden einen toten Bruder zu besitzen.

Abschnitt 1: Die Wahrheit über den verlorenen Arnold

Seiten: S. 12-32

Schauplatz: Elternhaus des Erzählers in einem nicht näher bestimmten Ort Ostwestfalens; Teutoburger Wald und Umgebung.

Zeit: Vermutlich Anfang der 1960er Jahre 

Personen: Erzähler, Mutter, Vater, Arnold, Tante Hilde

Zusammenfassung:

Eine unbestimmte Zeit später erfährt der kindliche Erzähler jedoch von seiner Mutter, dass sein Bruder noch lebt und seit der Flucht der Eltern verschollen ist: Die Mutter habe Arnold während der Flucht, aus Angst von russischen Soldaten ermordet zu werden, in Panik einer wildfremden Frau in den Arm gelegt. Zwar haben die Eltern den Vorfall überlebt, dennoch hätten die Russen ihr etwas Schreckliches angetan. 

Nachdem der Erzähler die Wahrheit über seinen Bruder erfahren hat, leidet er bei allem, was er tut, unter großen Schuld- und Schamgefühlen. Diese negativen Emotionen sind dann besonders stark, wenn er sonntags Ausflüge mit dem Auto oder Spaziergänge mit seinen Eltern unternimmt. Er kann sich diese Gefühle nicht erklären und bemerkt, dass auch Vater und Mutter traurig und bedrückt erscheinen und die gemeinsame Zeit nicht genießen können. 

Daher entwickelt der Ich-Erzähler eine so starke Abneigung gegen die gemeinsamen Ausflüge, dass dem Jungen b...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen