Charakterisierung

Unsere Charakterisierungen zu Hans-Ulrich Treichels Novelle Der Verlorene (1998) schildern gründlich die fünf Hauptakteure der Erzählung. Der verlorene Arnold bestimmt das Leben aller anderen Familienmitglieder und steht im Zentrum der Erzählung, die von seinem Bruder berichtet wird. Der namenlose Ich-Erzähler ist ein vorsichtiges und fantasievolles Kind und ein detailgetreuer Beobachter. Der sensible und empfindsame Junge beschreibt die lieblose Beziehung zum Vater und das selbstbezogene Verhalten der Mutter. Er wünscht sich Aufmerksamkeit und ist eifersüchtig auf Arnold, mit dem er in stetiger Konkurrenz steht und den er nicht abschütteln kann.

Ausführlich und detailgenau werden neben dem Berichterstatter auch die vier anderen Figuren in der Geschichte bezüglich ihrer Verhaltensweisen sowie hinsichtlich ihrer besonderen Charaktermerkmale dargestellt. Ein besonderes Augenmerk richtet sich hierbei auf die Beziehung des Erzählers zu seinen durch Krieg und Fluchterfahrung schwer traumatisierten Eltern. Die problematische Eltern-Kind-Beziehung wird besonders auch in Bezug auf ihre psychologischen Auswirkungen und die seelische Entwicklung des Jugendlichen umfassend erläutert.

Der erfolgreiche und desinteressierte Vater bleibt seinem jüngeren Sohn bis zum eigenen Tod fremd und begegnet ihm mit kühler Distanz. Der Vater ist bis zu seinem unerwarteten Herztod ein umsichtiger und verständnisvoller Ehemann. Die leidende und trauernde Mutter fällt aufgrund ihres Kriegstraumas und ihrer emotionalen Taubheit als Bezugsperson für den Erzähler aus, weil sie ihre Liebe nicht zeigen kann. Sie schweigt, weint, zittert, schwächelt, dient dem Vater als Hilfskraft im Familiengeschäft und ist von belastenden Schuldgefühlen geplagt. Nach dem Tod des Vaters findet sie in dem hilfsbereiten Polizist Herrn Rudolf einen fürsorglichen Freund und Partner sowie einen Vaterersatz für ihren zweiten Sohn.

Unsere Charakterisierungen orientieren sich eng am Text, daher werden alle Aussagen durch die entsprechenden Textstellen oder Zitate belegt.  Sie fassen die Eigenschaften der Hauptfiguren und wichtigen Nebenfiguren in einfacher Sprache zusammen und bilden eine ideale Grundlage für ein tieferes Verständnis der Novelle sowie für ihre Deutung....

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