Historischer Hintergrund

Der Aufstieg des Faschismus in Österreich 1937-1938

Seit März 1933 herrschte unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß in Österreich eine austrofaschistische Diktatur. Nachdem Dollfuß im Juli 1934 bei einem Putschversuch österreichischer Nationalsozialisten („Juliputsch“) ums Leben gekommen war, wurde Kurt Schuschnigg dessen Nachfolger. Schuschnigg regierte Österreich mit der Einheitspartei „Vaterländische Front“ und versuchte, die staatliche Unabhängigkeit seines Landes aufrechtzuerhalten.

In den folgenden Jahren wurde der Einfluss der Nationalsozialisten aber immer stärker. Am 12. Februar 1938 verlangte der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler von Schuschnigg die Unterzeichnung des „Berchtesgadener Abkommens“. Der Vertrag legte unter anderem fest, dass Politiker der NSDAP (seit 1933 in Österreich verboten) stärker an der österreichischen Regierung beteiligt werden sollten. Dies bedeutete eine große Bedrohung für die politische Unabhängigkeit Österreichs.

Um die Souveränität seines Landes aufrechterhalten zu können, setzte Kanzler Schuschnigg für den 13. März 1938 eine Volksabstimmung an. In deren Rahmen sollten die Bürger für ein unabhängiges Österreich stimmen. Nachdem Hitler daraufhin die Absage der Abstimmung verlangt hatte, trat Schuschnigg am 11. März als Bundeskanzler zurück und überließ das Amt seinem Nachfolger Arthur Seyß-Inquart. 

Der „Anschluss“ im März 1938

Der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas weigerte sich, die Regierungsgewalt, wie von Hitler gefordert, an die Nationalsozialisten zu übergeben, und wendete sich daraufhin mit einem verzweifelten Appell an die europäischen Mächte, aber niemand reagierte. Hitler gab nachfolgend den Befehl zum Einmarsch, der am 12. März 1938 erfolgte. Ungefähr 65000 deutsc...

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