Sigmund Freud

Der leidenschaftliche Zigarrenraucher 

Sigmund Freud ist eine der fünf Hauptpersonen in Robert Seethalers Roman Der Trafikant.  Zu seinem Vorleben sowie zur Existenz weiterer Familienmitglieder wird nichts mitgeteilt. Er wohnt zusammen mit seiner Frau Martha und seiner erwachsenen Tochter Anna in der Berggasse 19 in Wien (S. 69f.). Er ist Jude (S. 39), „über achtzig“ (S. 119), „nicht besonders groß und ziemlich schmächtig“ (S. 35). Seine Haut ist dünn und fleckig und von „einem feinen Netz bläulicher Adern“ (S. 76) durchzogen. 

Der ältere Mann bewegt sich mit einer „vorgebeugten Haltung“ (S. 72) und benötigt aufgrund seiner wackeligen Beine einen Gehstock (S. 126). Er hat braune Augen, trägt eine „runde, schwarzgerahmte Brille“ und einen weißen Bart, der „akkurat gestutzt“ ist (S. 36). Sigmund Freud besitzt die Angewohnheit, beim Gehen das Kinn nach vorn zu schieben (S. 103), außerdem riecht er nach Sägespänen (S. 98). 

Eine nicht näher bezeichnete Erkrankung zwingt den alten Mann dazu, eine Kieferprothese zu tragen (S. 71). Diese scheint nicht gut angepasst zu sein, denn sie lockert sich im Laufe des Tages und wird dann von seiner Tochter Anna wieder befestigt (S. 124). Aufgrund der schlecht sitzenden Prothese muss Freud besonders beim Essen große Schmerzen erleiden (S. 71). 

Sigmund Freud ist ein leidenschaftlicher Zigarrenraucher. Dabei bevorzugt er Virginiazigarrenf (S. 36), welche er sich regelmäßig zusammen mit der Tageszeitung „Neue Freie Presse“ in Otto Trsnjeks Tabaktrafik besorgt (S. 36f.). Bei einem diese Besuche lernt Freud den dortigen Lehrling Franz Huchel kennen, mit dem er sich im Laufe der Geschichte anfreundet (siehe Charakterisierung „Franz und Freud“). Außerdem genießt der alte Mann gutes Essen, besonders dann, wenn es von seiner geliebten Tochter Anna zubereitet wird (S. 70).

Der berühmte Psychoanalytiker

Sigmund Freud ist von Beruf Arzt, eine spezielle Fachrichtung wird aber in der Erzählung ausdrücklich nicht genannt. Erst gegen Ende des Romans erfährt der Leser, dass der österreichische Protagonist die Methode der Psychoanalyse gegründet hat und daher weltberühmt ist (S. 224). Sogar der junge Franz hatte in seiner ländlichen Heimat des Salzkammerguts schon ein paar ungewöhnliche Gerüchte über den „Deppendoktor“ gehört: „Von allerhand unheimlichen Trieben war die Rede, von ordinären Witzen, wölfisch heulenden Patientinnen und ausufernden Entblößungen in privater Sprechstunde.“ (S. 38). 

Freud hat mithilfe seiner analytischen Arbeit die wissenschaftlichen Forschungen betrieben und ein umfangreiches s...

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