Franz‘ Mutter

Die alleinerziehende Witwe

Franz‘ Mutter, Frau Huchel, ist eine der fünf Hauptpersonen des Romans „Der Trafikant“ von Robert Seethaler. Sie ist „eine schmale Frau in den Vierzigern, immer noch ganz ansehnlich, wenngleich auch schon etwas ausgemergelt“ (S. 8). Ansonsten erhält der Leser keine weiteren Informationen über ihr Aussehen.

Franz‘ Mutter tritt nur am Anfang und am Ende der Geschichte persönlich in Erscheinung. Informationen über sie bekommt der Leser überwiegend durch ihren Postkarten- und Briefwechsel mit ihrem Sohn. Obwohl Frau Huchel eher eine Randfigur des Geschehens verkörpert, stellt sie für ihren Sohn eine wichtige Bezugsperson dar, da sie zu ihm eine innige Beziehung pflegt. Sie spielt hiermit in der Erzählung als Vertraute und Briefpartnerin eine wichtige Rolle.

Frau Huchel ist jung verwitwet, denn Franz‘ Vater, ein „Waldarbeiter aus Bad Goisern“, wurde kurz vor dessen Geburt „von einer morschen Stieleiche erschlagen“ (S. 172). Lange vor Franz‘ Geburt hatte seine Mutter eine Affäre mit Otto Trsnjek, der in Wien eine Trafik besitzt. Ihrem Sohn erzählt sie davon: „Es gibt da einen alten Freund. Der hat vor ewig langer Zeit eine Saison bei uns im See verplanscht. Otto Trsnjek heißt er. (…) Die Saison damals war heiß, und wir waren jung und recht dumm im Schädel…“ (S. 15). 

Franz‘ Mutter ist alleinerziehend und wohnt zum Beginn der Handlung mit ihrem Sohn in einem kleinen Fischerhaus in Nußdorf am Attersee (S. 7). Sie ist zunächst nicht berufstätig, denn sie wird von ihrem langjährigen Liebhaber, dem reichen Sägewerksbesitzer Alois Preininger, finanziell ausgehalten (S. 11). Sie hat ihn „beim großen Seefest“ kennengelernt (S. 10). 

Das Verhältnis zu Alois ist rein sexueller Natur und hat den „angenehmen Nebeneffekt“, dass Frau Huchel von Preininger jeden Monat einen „Scheck über einen nicht unerheblichen Betrag“ (S. 11) erhält. Da sie zu dieser Zeit vermutlich arbeitslos ist, nimmt Franz‘ Mutter die finanzielle Unterstützung ihres Liebhabers gerne an (S. 11). Außerdem möchte sie nicht, dass ihr Sohn „...

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