Franz Huchel

Die behütete Kindheit und Jugend

Franz Huchel ist die Hauptfigur des Romans Der Trafikant von Robert Seethaler. Er wird am 07. August 1920 in Nußdorf am Attersee, einem kleinen Ort im österreichischen Salzkammergut, geboren (S. 192) und ist bei Handlungsbeginn 17 Jahre alt. Franz lebt als Einzelkind mit seiner Mutter in einem kleinen Fischerhaus (S. 7, 15). Sein Vater, ein schweigsamer Waldarbeiter aus Bad Goisern, wurde kurz vor Franz‘ Geburt „von einer morschen Stieleiche erschlagen“ (S. 172).

Über das Aussehen der Hauptfigur erhält der Leser keine weiteren Informationen. Franz wächst sehr sorglos und behütet auf. Bis zum Alter von 17 Jahren hat er Nußdorf nur zwei Mal für Einkäufe bzw. einen Schulausflug verlassen (S. 17). Seine Schulausbildung hat Franz vermutlich schon vor Beginn der Handlung abgeschlossen. Er muss keiner Arbeit nachgehen, denn seine Mutter wird von ihrem Liebhaber Alois Preininger finanziell unterstützt (S. 11). Um sich seine Zeit zu vertreiben, geht Franz oft im Wald spazieren oder liegt am See auf einem Steg in der Sonne (S. 12). 

Außerdem möchte Frau Huchel nicht, dass ihr Sohn körperlich arbeitet: „…du hast immer noch ganz zarte Hände. Zart und weich und weiß, wie von einem Mädchen. So einer wie du kann nicht im Wald arbeiten. Auf dem See schon gar nicht.“ (S. 15). Der Protagonist ist sensibel und fürchtet sich zum Beispiel vor Gewittern. Als er einmal während eines Unwetters im Salzkammergut allein zu Hause ist, verkriecht der Jugendliche sich ängstlich in seinem Bett und steht erst wieder auf, nachdem alles vorbei ist (S. 7f.).

Die neue Herausforderung

Als Alois Preininger bei einem Badeunfall ums Leben kommt (S. 9), endet das bequeme und sorgenfreie Leben der Hauptperson des Romans: Ohne die finanzielle Unterstützung ihres Liebhabers kann Franz‘ Mutter ihren Sohn nicht mehr ernähren. Daher besorgt sie ihm einen Ausbildungsplatz zum Trafikanten bei ihrem Jugendfreund Otto Trsnjek in Wien (S. 15f.). 

Nach Preiningers Beerdigung teilt Frau Huchel ihrem Sohn mit, dass er bereits am nächsten Morgen nach Wien fahren werde, um dort seine Lehre zu beginnen (S. 16). Franz fühlt sich überrumpelt und antwortet: „Morgen? Aber das geht doch nicht…“ (ebd.). Franz‘ Mutter gibt ihm eine Ohrfeige, daraufhin fügt Franz sich ihren Anweisungen und reist am nächsten Tag mit dem Zug nach Wien (S. 16). 

Schon während der Fahrt wird dem Jugendlichen bewusst, dass sich sein Leben durch den Umzug in die Großstadt drastisch verändern wird: „Das hier ist etwas anderes, sagte er leise zu s...

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