Sprache

Humor und Ernsthaftigkeit 

Robert Seethaler benutzt für seinen Roman eine sehr bildhafte Sprache, die trotz der Verwendung vieler österreichischer Ausdrücke (Austriazismen) gut verständlich bleibt. Dabei wird die Berichterstattung immer wieder durch Dialoge unterbrochen, welche Spannung erzeugen und dem Leser die Identifikation mit den Figuren erleichtern. Der Autor schildert die Geschichte einerseits auf eine humorvolle und oft auch ironische Weise.  

In einer unverfänglichen Szene erzählt der Autor zum Beispiel bildhaft, lustig und fantasievoll, wie Franz die Postkarten seiner Mutter in seiner Nachttischschublade sammelt: „Es waren Rufe aus der Heimat in die Fremde hinaus und wieder zurück, wie kurze Berührungen, flüchtig und warm. Franz (…) sah zu, wie der Stapel Woche für Woche anwuchs, lauter kleine, glitzernde Atterseen. Manchmal, an stillen Abenden, kurz vor dem Einschlafen, konnte er es leise gluckern hören in der Lade.“ (S. 34f.).

Auch der Besuch eines Stammkunden der Trafik wird humorvoll geschildert: „Der Kommerzialrat kam jeden Morgen kurz nach Ladenöffnung in Begleitung seines inkontinenten Dackels und verlangte nach dem Wiener Journal und einer Packung Zigaretten der Marke Gloriette. Manchmal wechselten er und der Trafikant einige wenige Worte (…), während der Dackel gelbliche Tropfen auf die Dielen fallen ließ, die Franz anschließend mit einem feuchten Reibefetzen aufzuwischen hatte.“ (S. 31).

Als Franz Sigmund Freud offenbart, dass er nicht weiß, ob er Anezka wiedersehen will, antwortet der Analytiker keck: „Wenn du weiterhin den Ratschlag alter Männer einholst, bekommst du auch weiterhin keine befriedigenden Antworten. Und wenn du den Inhalt deiner Hose befragst, wird die Antwort zwar eindeutig sein, aber zu nichts als Verwi...

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