Stil und Sprache

Der Schüler Gerber erscheint 1930, fällt also in die Spätphase der Neuen Sachlichkeit und zeigt mehrere Merkmale dieser Epoche (siehe dazu Epoche „Merkmale der neuen Sachlichkeit im Werk“). Der Schreibstil im Roman ist meistens klar strukturiert und sachlich beschreibend. Der Autor versucht, die charakteristische nüchterne, realitätsbezogene und verständliche Erzählweise einzuhalten (siehe auch dazu Epoche „Merkmale der Sachlichkeit im Werk“). 

Der parataktische Satzbau prägt längere Passagen des Romans, wie hier zum Beispiel: „Kurt tut nichts gegen das unentschlossene Schweigen, das seit der Begrüßung zwischen ihm und seinen Eltern liegt. Beim Abendessen selbst ist es noch nicht so fühlbar. Doch dann wird es drückend und unerträglich. Etwas Muffiges lagert in der Luft. Die Mutter öffnet einige Male den Mund; sie findet keinen Anfang.“ (S. 59). 

Auch scheint Torberg eine Vorliebe für erklärende Parenthesen (Einschübe) zu haben, wie hier zum Beispiel: „Kurt sucht ihn erst gar nicht. Und der Vater – der Vater will einfach Ruhe haben nach den Strapazen der Reise und vor den tagelangen geschäftlichen Konferenzen, die ihn, als einen leitenden Beamten der Firma, immer besonders anstrengen.“ (S. 59).

Manchmal bricht Torbergs Stil aber bewusst aus dem Schema der Neuen Sachlichkeit aus, und zwar meistens dann, wenn es um Kurt Gerbers Innenleben geht. Es werden dann gehäuft Passagen im Inneren Monolog oder in der erlebten Rede wiedergegeben:

„Kurt weiß nichts zu antworten. Er weiß wirklich nichts zu antworten. Was ist denn los mit ihm. Warte ... daß mir die Straßenbahn vor ...

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