Zusammenfassung der Sinnabschnitte

Die Erzählung „Der blonde Eckbert“ weist zwar keine Kapiteleinteilungen auf, jedoch lässt sich der Text in eine Rahmen- und eine Binnenhandlung untergliedern. In dem kurzen ersten Teil der Rahmenhandlung werden die zentralen Figuren und ihre Position eingeführt (circa 2 Seiten). Dieser Teil ereignet sich in der ‘realen‘ Welt. Es folgt die lange Binnenhandlung, die aus Berthas Lebensbericht besteht (circa 14 Seiten). Der anschließende zweite Teil der Rahmenhandlung ist mit der Binnenhandlung eng verknüpft. Er spielt – ebenso wie die Binnenhandlung – sowohl in der realen als auch in der Märchenwelt (circa 6 Seiten).

Rahmenhandlung, 1. Teil

Seiten: S. 3 (Z. 1) – S. 4 (Z. 32)

Schauplatz: Eckberts Burg im Harz (= reale Welt)

Zeit: Ein nebliger Abend im Herbst

Figuren: Eckbert, Bertha, Philipp Walther

Der ca. 40-jährige Ritter Eckbert wohnt zurückgezogen, friedlich und in Harmonie mit seiner Ehefrau Bertha auf einer abgeschiedenen Burg im Harz. Das Paar empfängt nur selten Gäste und führt ein einfaches und sparsames Leben, das ihm gut gefällt, doch hätte es gerne Kinder.

Willkommene Abwechslung in das monotone und isolierte Leben des melancholischen Eckbert bringen die Besuche seines innigen und einzigen Freundes Philipp Walther, mit dem er viele Ansichten teilt. Der wohlhabende Naturliebhaber wohnt in Franken, verbringt aber oft über ein halbes Jahr in der Nähe von Eckberts Burg, wo er Kräuter und Steine sammelt. 

Eckbert wird Walther über die Jahre hinweg immer mehr zugetan und geht gern mit ihm wandern. Eines Abends im Herbst nimmt Walther bei einem seiner Besuche Eckberts Einladung an, auf dem Schloss zu übernachten, um sich den weiten Rückweg in der nebligen schwarzen Nacht zu ersparen. Nach der guten Mahlzeit sitzen die beiden Freunde mit Bertha gemütlich beisammen um das Feuer eines Kamins herum. Um Walther durch einen Vertrauensbeweis noch enger an sich zu binden, bittet Eckbert seine Frau, die seltsame Geschichte ihrer Kindheit und Jugend preiszugeben. Walther willigt gerne ein, den Bericht der Gastgeberin zu hören. Bevor Bertha zu erzählen beginnt, warnt sie die beiden Zuhörenden davor, dass ihr Bericht kein Märchen sei.

Binnenhandlung 

Die Binnenhandlung, in der Eckberts Frau Bertha die Rolle der Erzählerin einnimmt, kreist um ihre Kindheits- und Jugenderlebnisse.

Seiten: S. 4 (Z. 33) - S. 18 (Z. 15)

Schauplätze: Dorf, Wald, Gebirge (= ‚reale‘ Welt), Idylle der Waldeinsamkeit (= Märchenwelt), Dorf, angenehme Stadt (= ‚reale‘ Welt)

Erzählte Zeit: Von Berthas frühester Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter (= ca. 18 Jahre); Rückblick: Beginnt ca. 40 Jahre vor der Rahmenhandlung

Figuren: Bertha, die Alte, Hund Strohmian, der Vogel

Berthas Flucht von zu Hause

Um Mitternacht beginnt Bertha, ohne Umschweife ihre Geschichte zu erzählen. Sie wächst unter ärmlichen Bedingungen in einem nicht näher bezeichneten Dorf auf. Ihr Vater ist ein armer Hirte. Ihre Eltern streiten sehr oft, weil sie nicht genug zu essen haben. 

Da Bertha im Haushalt sehr ungeschickt ist, beschimpfen ihre Eltern sie häufig als dumm und unnütz. Sie kann weder spinnen noch nähen und kann aufgrund ihrer ungeschickten Art nichts Wesentliches zum Wohlergehen der Familie beitragen. Das kleine Mädchen träumt davon, reich zu werden und ihre Eltern von ihren Sorgen zu befreien. Sie wird aber nachfolgend den Anforderungen des Vaters immer weniger gerecht.

Als Bertha ungefähr acht Jahre alt ist, behandelt der böse Vater sie sehr grausam. Er verspricht die Strafe zukünftig jeden Tag zu wiederholen, weil er glaubt, dass ihre Unbeholfenheit durch Eigensinn und Faulheit verursacht wird. In ihrer Not entschließt sich das weinende und verzweifelte Mädchen bei Tagesanbruch zur Flucht aus ihrem Elternhaus. Sie fürchtet, dass ihr Vater sie einholen könnte, und läuft unermüdlich, ohne sich umzusehen. Bertha durchwandert zunächst Wiesen und einen Wald, bis sie schließlich ein unwirtliches Gebirge erreicht. Einsam, erschrocken und ängstlich setzt sie ihre Flucht circa vier Tage lang fort. Sie muss in mehreren Dörfern um Nahrung betteln.

Nach vier Tagen Flucht gerät Bertha schließlich auf einem kleinen Steig, der sie von der Hauptstraße entfernt und sie in eine trostlose Felsenlandschaft führt. Ihr wird bange und sie schreit. Zuvor hatte sie im Wald oder in abgelegenen Schäferhütten übernachtet. Einsam, ängstlich und verzweifelt sucht sie nun nach einem Schlafplatz und findet nur eine Moosstelle. Erschrocken hört sie im Dunklen seltsame Geräusche. Sie betet und fällt schließlich gegen Morgen in den Schlaf. 

Sie erwacht an einem grauen Tag in der verwüsteten Klippenlandschaft, ohne Bäume, ohne Sträucher, ohne Wiesen, ohne Menschen, hungrig und mutlos. Nachdem sie zunächst verzweifelt, findet sie wieder neuen Mut und sammelt genügend Kräfte, um seufzend noch einen ganzen Tag lang durchzuwandern, bis sie todmüde ist. 

Die alte Frau

Gegen Abend gewinnt Bertha den...

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