Inhaltsangabe

Ludwig Tiecks Märchennovelle „Der blonde Eckbert“ (1797) ist eine typische Erzählung der Romantik. Sie greift neben den inhaltlichen und formalen Aspekten des Volks- und Kunstmärchens auch Gestaltungselemente der Novelle auf. Die Handlung spielt im Harz zur Zeit des Mittelalters. 

Die Jugendgeschichte der Ehefrau des Ritters Eckbert stellt den Großteil der Erzählung und die Binnenhandlung dar. Der erste Teil der Rahmenhandlung beschreibt die Ausgangssituation in der realen Welt und führt die zentralen Figuren ein, während der zweite Teil mit Berthas Geschichte verknüpft ist. Das Geschehen bewegt sich zwischen Realität und Märchenwelt. Die gesamte Geschichte nimmt ein schauerliches Ende.

Walthers Besuch

Der 40-jährige Ritter Eckbert führt mit seiner Ehefrau Bertha ein sehr zurückgezogenes, beschauliches, friedliches und kinderloses Leben auf einer von Ringmauern umschlossenen Burg im Harz. Der Kontakt zur Außenwelt beschränkt sich im Wesentlichen auf die regelmäßigen Besuche Philipp Walthers, eines jungen Mannes, der im Gegensatz zu Eckbert ein freies und selbstbestimmtes Leben führt. 

Da Eckbert in Walther dennoch eine ähnliche Gemütsverfassung zu erkennen glaubt, versucht er, den mithin einzigen Freund immer enger an sich zu binden. Um sein rückhaltloses Vertrauen Walther gegenüber unter Beweis zu stellen, veranlasst er Bertha eines Herbstabends dazu, die ungewöhnliche und geheime Geschichte ihrer Kindheit und Jugend zu offenbaren.

Berthas lange Erzählung

Mit der Erzählung Berthas am Kaminfeuer startet die Binnenerzählung, wobei Bertha zu Beginn klarstellt, dass die Zuhörer diese Geschichte trotz der absonderlichen Vorkommnisse nicht als Märchen abtun sollten. Anschließend schildert Eckberts Frau ihre frühe Kindheit in der Familie eines armen Hirten. 

Die junge Bertha hat aufgrund ihrer großen Ungeschicklichkeit einen schweren Stand in ihrer Familie. Sie träumt davon, reich zu werden, um ihre Familie aus der Not zu befreien. Das unbeholfene Mädchen wird von ihrem Vater lieblos und grausam behandelt. Im Alter von acht Jahren beschließt sie daher, aus diesen bedrückenden und gefürchteten Verhältnissen zu fliehen. 

Während ihrer Flucht durchwandert Bertha unterschiedliche Landschaften, die – in Analogie zu ihrem Seelenzustand – immer düsterer und undurchdringlicher erscheinen. So gelangt sie von Wiesen und Feldern in einen Wald, um danach ein schier unüberwindliches Gebirge zu erklimmen. Sie muss betteln, um Nahrung zu erhalten.

Nach mehreren Tagen Flucht, und zwar im Moment größter Verzweiflung, verirrt sie sich in eine trostlose und schroffe Felsenlandschaft. Gegen Abend erscheint ihr die Natur jedoch auf wundersame Weise freundlicher. An einem Wasserfall trifft Bertha schließlich auf eine alte Frau, die das ausgehungerte Kind zunächst mit Nahrung versorgt. Obwohl die ...

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