Quellen

Literarisches Motiv „Harz“

In Bezug auf die Quellen, die Ludwig Tieck beim Schreiben des „Blonden Eckbert“ (1797) beeinflusst haben dürften, sind zunächst literarische Texte zu nennen, die sich mit dem Harz, dem sagenumwobenen Mittelgebirge in Norddeutschland, auseinandersetzen: „In einer Gegend des Harzes wohnte ein Ritter, den man gewöhnlich nur den blonden Eckbert nannte.“ (S. 3).

Der Brocken, im Volksmund auch als „Blocksberg“ bezeichnet, gilt seit dem 13. Jahrhundert als Treffpunkt von Geisterwesen und mit der Einführung des Begriffs „Hexe“ im 16. Jahrhundert als Schauplatz von Hexenversammlungen, beispielsweise in der Walpurgisnacht. Verstärkt wird der mystische Eindruck, der von dem Brocken ausgeht, noch durch die Tatsache, dass hier an über 300 Tagen im Jahr Nebel auftritt, wodurch die optischen Effekte und die Entstehung von Trugbildern – wie beispielsweise von dem berühmten Brockengespenst – begünstigt werden.

Das Mittelgebirge weckt bei Bertha ängstliche Gefühle: „Denn ich hatte in der Ebene noch keine Berge gesehn, und das bloße Wort Gebirge, wenn ich davon hatte reden hören, war meinem kindischen Ohr ein fürchterlicher Ton gewesen“ (S. 6). Goethe, der den Brocken insgesamt drei Mal bestiegen hat, weiß von derartigen Phänomenen zu berichten. Für Tieck und die gesamte Romantik wurde vor allem Goethes Gedicht „Harzreise im Winter“ aus dem Jahr 1777 bedeutsam. Eine Harzreise hatte Ludwig Tieck selbst als Student im Jahr 1792 unternommen, die sich ihm tief einprägte (siehe dazu Entstehung).

„König Ödipus“

Mit dem Inzest-Motiv und dem konsequenten Verdrängen der inzestuösen Beziehung weist der Text lose Beziehungen zu Sophokles’ Drama „König Ödipus“ auf. In dem antiken Drama geht es um den thebanischen König Laios, dem vorausgesagt wird, dass sein e...

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