Merkmale der Novelle im Werk

Ort, Zeit und Figuren

Die Novelle ist eine Erzählung in Prosaform, die ihrem Namen entsprechend (lat. novus, novellus = neu) etwas Neues, bislang nicht Dagewesenes mitteilen möchte. Johann Wolfgang von Goethe spricht in seiner berühmten Definition der Novelle folglich auch von einer „unerhörten Begebenheit“ als wesentlichem Charakteristikum dieser Erzählform. Kennzeichnend für Tiecks Erzählung „Der blonde Eckbert“ ist die Tatsache, dass sich – ganz im Sinne der „progressiven Universalpoesie“ der Romantik – neben den Märchenmerkmalen auch solche Elemente finden, die für eine Novelle kennzeichnend sind.

Dazu gehört u.a. die mittlere Textlänge. Ferner schildert „Der blonde Eckbert“ – im Unterschied zur zeitlichen und räumlichen Unbestimmtheit des Märchens – teilweise eine reale Welt mit einigen bestimmten Orts- und Zeitangaben. Der Zeitpunkt der Erzählung wird recht vage im „Herbst“ verortet und durch die Angabe „an einem neblichten Abend“ (S. 4) etwas näher präzisiert. Eckbert und Bertha wohnen in einer Burg „[i]n einer Gegend des Harzes“ (S. 3).

Das Aussehen und der Charakter der wenigen Figuren werden, wie dies oft in einer Novelle der Fall ist, nicht besonders detailliert geschildert. Eckbert ist ein Ritter, der „ohngefähr vierzig Jahr alt, kaum von mittler Größe“ (S. 3) ist. Auch der Freund Philipp Walther wird nicht näher charakterisiert: Er ist ein Mann aus Franken, der sich jedoch oft „in der Nähe von Eckberts Burg“ (S. 3) aufhält, Steine und Kräuter sammelt und ein unabhängiges Leben führt. Von Bertha erfährt der Leser nur, dass sie ebenso wie ihr Mann die Einsamkeit liebt, doch ihr Äußeres wird an keiner Stelle beschrieben. Immerhin deutet sie in ihrer Geschichte auf ihre einfach...

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