Charakterisierungen

Ludwig Tiecks kurze Erzählung „Der blonde Eckbert“, veröffentlicht 1797, stellt eines der wichtigsten Werke der Frühromantik dar. Unsere gründlichen Charakterisierungen stellen die fünf wichtigsten Figuren der Märchennovelle vor und beschreiben sie detailliert. Da das Ehepaar Eckbert und Bertha die Hauptfiguren der Erzählung verkörpern, werden sie am ausführlichsten charakterisiert. Aber auch die beiden Freunde Walther und Hugo sowie die alte mysteriöse Frau werden in ihren wichtigsten Wesenszügen beschrieben. 

Eckberts Ehe mit Bertha, seine Freundschaft zu Walther, Walthers Ermordung, die neue fragile Freundschaft zu Hugo sowie Eckberts Verfolgungswahn, seine Flucht und sein Tod werden ausführlich geschildert. Berthas unglückliche Kindheit, ihre Flucht aus dem Elternhaus, ihr nachfolgendes harmonisches Leben in der „Waldeinsamkeit“, ihre Flucht in die „neue Welt“ sowie ihre Ehe mit Eckbert, ihre schwere Erkrankung und ihr plötzlicher Tod werden gründlich beleuchtet.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild der Figuren und ihrer sozialen Stellung werden dabei vor allem ihre zentralen Eigenschaften herausgearbeitet. Darüber hinaus werden die Funktionen der Figuren innerhalb des Handlungsverlaufs dargestellt und ihre Beziehungen zu den anderen Charakteren herauskristallisiert. Diesbezüglich wird sehr eng am Text gearbeitet und alle Aussagen werden durch entsprechende Textstellen belegt. Durch die anschaulichen Beispiele gewinnen die Figuren an Lebendigkeit, sodass ihre Motive und Absichten gut nachvollziehbar werden. 

Die Personenkonstellation wird zudem durch ein übersichtliches Schaubild präzisiert. Auf diese Weise können nicht nur die wichtigsten Konflikte, sondern auch die zentralen inhaltlichen Aspekte herausgestellt und verdeutlicht werden. Das Schaubild bietet damit eine gute Grundlage für ein tiefergehendes Textverständnis.

Auszug aus Charakterisierung von Eckbert:

Ehe mit Bertha

Eckbert ist ein Ritter von ungefähr 40 Jahren, der aufgrund seiner hellblonden Haarfarbe den titelgebenden Spitznamen der „blonde Eckbert“ erhalten hat (vgl. S. 3). Sein äußeres Erscheinungsbild wird recht detailliert beschrieben: Er ist „kaum von mittler Größe“, seine kurzen Haare liegen „schlicht und dicht an seinem blassen eingefallenen Gesichte“ (S. 3). Analog zu diesem recht gewöhnlich wirkenden Äußeren zeichnet sich auch Eckberts Charakter durch Mäßigung und Gleichmut aus: Er wirkt auf seine Umwelt „heiter und aufgeräumt“ (ebd.).

Eckberts Leben ändert sich, als er sich in Bertha verliebt und sie heiratet. Er wird auf einmal reich: „Ich hatte kein Vermögen, aber durch ihre Liebe kam ich in diesen Wohlstand, wir zogen hieher, und unsere Verbindung hat uns bis jetzt noch keinen Augenblick gereut." (S. 18). Mit dem Verkauf von Berthas gestohlenen Edelsteinen können sie eine Burg im Harz erwerben und dort ein komfortables Leben mit Bediensteten führen. 

Seit ihrer Heirat schottet sich das kinderlose Paar von der Gesellschaft ab. Es liebt das einsame Leben auf der Burg, nur zuweilen beklagt es seine Kinderlosigkeit (S. 3). Die beiden empfangen selten Gäste, „und wenn es auch geschah, so wurde ihretwegen fast nichts in dem gewöhnlichen Gange des Lebens geändert“ (ebd.). Abgemildert wird Eckberts Einsamkeit durch die Ehe mit Bertha, die er sehr zu lieben scheint (vgl. ebd.).

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