Sprache und Stil

Gemäß den Intentionen der literarischen Romantik ist die Sprache Tiecks Erzählung weniger rational-sachlich und vielmehr emotional und bildreich gestaltet. Die kunstvolle Sprache steht im Gegensatz zu der bewusst einfach und schlicht gehaltenen Sprache des Volksmärchens. Dazu passend, finden sich hier auch keinerlei formelhafte Wendungen, wie sie für das Volksmärchen typisch sind, wie „es war einmal... "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."

In „Der blonde Eckbert“ geht es nicht darum, einen nüchternen und realistischen Bericht über bestimmte Vorkommnisse abzuliefern. Vielmehr werden die Leser*innen durch die lebendige und äußerst bildreiche Sprache in Verbindung mit der figuralen Erzählperspektive emotional in die Geschehnisse eingebunden, wobei die Bildhaftigkeit der Sprache einen großen Interpretationsspielraum eröffnet.

Insbesondere das Innenleben der beiden Hauptprotagonisten wird detailliert beschrieben, indem zum Beispiel die Gefühlsschwankungen während Berthas Flucht aus ihrem Elternhaus nachgezeichnet werden: Während sie zunächst „herzlich“ „weint“ und sich „außerordentlich verlassen“ (S. 6) fühlt, steigert sich ihre emotionale Verfasstheit über Furcht und Angst (vgl. S. 6) bis hin zum „Entsetzen“ (S. 6), sodass sie sich schließlich gänzlich „trostlos“ fühlt und aus tiefster Not „weinte und schrie“ (S. 7), s...

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