Personenkonstellation

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In der Romanhandlung von „Das siebte Kreuz“ fliehen insgesamt sieben Häftlinge im Oktober 1937 aus dem KZ Westhofen. Die Umstände des Beginns ihrer Flucht werden in der Erzählung unterschiedlich dargestellt:

  • Version von Georg Heisler: Wallau schlägt dem SA-Wachmann Mannsfeld mit einem Spaten auf den Kopf, die Männer flüchten (S. 24)
  • Version Eugen Pelzer: Pelzer bekommt zufällig mit, dass Füllgrabe mit einem Spaten auf den ersten Wachposten einschlägt und sich Wallau und Georg auf den zweiten Wachposten werfen. Als Füllgrabe daraufhin das Zeichen gibt, loszulaufen, läuft auch er los (S. 54-55)
  • Darstellung der Nazipropaganda im Radio: Drei Flüchtlinge haben den SA-Mann Dieterling mit dem Spaten erschlagen, in Worms einen Einbruch verübt und sind in drei Richtungen geflohen (S. 156)
  • Erzählung eines Wachpostens aus dem Lager: Der Wachposten wird durch einen Spatenhieb nur sehr leicht verletzt (S. 156)

Die sieben Flüchtlinge sind unterschiedlicher sozialer Herkunft: Georg Heisler ist Autoschlosser, Eugen Pelzer ein Intellektueller, Ernst Wallau ein Betriebsrat bei den Opel Werken, Albert Füllgrabe ein Ladenbesitzer, Belloni ein Trapezartist, Albert Beutler vermutlich ein Angestellter und Aldinger ein alter Bauer und Bürgermeister eines kleinen Dorfes. 

Die Gründe für die Inhaftierung der sieben Männer im KZ Westhofen sind ebenfalls sehr verschieden: Die  Nationalsozialisten internieren zwischen 1933 und 1937 aufgrund ihrer Rassenideologie nicht nur Juden, sondern auch politisch Andersdenkende (Sozialdemokraten, Kommunisten, wie Wallau und Heisler), Kleinkriminelle (Pelzer), Wirtschaftsbetrüger (Beutler), Homosexuelle oder Sinti und Roma in den dafür errichteten Konzentrationslagern.