Paul Röder

Paul und Georg

Der kleine, sommersprossige Paul Röder ist ein Jugendfreund von Georg und kennt diesen seit ihrer gemeinsamen Schulzeit. Zehn Jahre lang spielen Paul und Georg in derselben Gasse Klicker, zehn weitere Jahre zusammen Fußball. Als Kinder und Jugendliche scheinen Paul und Georg unzertrennlich zu sein, „bis andere Gedanken, Freundschaften anderer Ordnung Georgs Leben bestimmt hatten“ (S. 238). 

Pauls Vater stirbt bereits im Alter von sechsundvierzig Jahren an den Folgen einer Malaria, mit der er sich im Ersten Weltkrieg angesteckt hat, und hält nach seinen Kriegserfahrungen nichts mehr vom deutschen Kaisertum. Er möchte in seinem Leben nichts anderes mehr machen, als „nach Amerongen in Holland fahren und dem Wilhelm vor seiner Tür en Häufchen machen“ (S. 365). 

Paul Röder ist mit seiner Jugendfreundin Lisbeth Enders (Liesel) verheiratet, mit der er schon seit der Schulzeit zusammen ist. Mit ihr hat er zum Zeitpunkt der Romanhandlung vier Kinder und führt ein ruhiges und beschauliches Familienleben: „Meine Lisbeth und ich sind unverkrachbar.“ (S. 364). Liesel scheint aufgrund ihres Vor- und Mädchennamens (S. 194/245) mit der Mutter von Ernst Wallau verwandt zu sein.

Die Beständigkeit und Treue des Paares sowie ihr gutbürgerliches Leben langweilen Georg deshalb schnell, da deren Leben das genaue Gegenteil seines eigenen Lebensentwurfs ist: „Konnte denn Paul für immer diese watschlige Lisbeth aushalten, warum stellten sie all den Krimskram auf? Warum sparten sie zwei Jahre lang für ein Sofa? Georg langweilte sich bei Röders und ging weg.“ (S. 246). Als junge Erwachsene trennen sich somit ihre Wege, da Georg „ein anderer geworden war, der kleine Röder aber derselbe geblieben“ (S. 84) ist. 

Über die Jahre hinweg hat Georgs Verhalten ihm „den Ruf eines unberechenbaren Burschen gebracht“ (S. 246). In der Zeit, in der er mit Franz zusammenlebt, hat er Paul gegenüber ein schlechtes Gewissen, ohne sich dies genau erklären zu können. Als er heranwächst, wünscht er sich die unbeschwerte Zeit ihrer gemeinsamen Jugend mit dem so...

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