Georg Heisler

Georg verkörpert die Hauptfigur der Romanhandlung. Der kommunistische Sympathieträger wird wegen seiner politischen Einstellung im Januar 1934 im KZ Westhofen in der Nähe von Worms inhaftiert. Er wird nicht explizit als Mitglied der KPD beschrieben, beteiligt sich aber seit dem Ende der 1920er Jahre aktiv an linksradikalen Aktionen (S. 255) und verkauft kommunistische Schriften aus China (S. 251). Nach dreieinhalb Jahren Internierung schafft er Anfang Oktober 1937 mit sechs anderen Häftlingen die Flucht aus dem KZ. Seine Flucht aus dem Lager bei Worms bis auf das Schiff eines holländischen Schiffers in Mainz dauert genau eine Woche. Als einzigem der sieben Flüchtlinge gelingt ihm die Flucht ins Ausland.

Georgs Familie und widersprüchlicher Charakter

Schon als Kind ist Georg ein schwieriger Charakter und bereitet seiner Mutter viel Kummer. Er streitet sich oft mit seinem Vater und seinen beiden älteren Brüdern, die sich klar zum Nationalsozialismus bekennen. Auch seine Lehrer und die Nachbarn beklagen sich aufgrund seiner streitlustigen Art über ihn (S. 270). Daher entfremdet er sich mit der Zeit von seiner Familie. 

Georg hat insgesamt drei Brüder (Fritz, Ernst, Heini, S. 249), die sich im Gegensatz zu ihm alle dem Nationalsozialismus zuwenden. Sein jüngster Bruder Heini, „den er selbst aufgezogen hatte, mit einer Zärtlichkeit, die eher einer Art Kätzchen als einem Kind galt“ (S. 84), wird während seiner Internierung im KZ von den Nazis völlig umerzogen und beteiligt sich daher am intensivsten an der Suche nach Georg. Dies macht sein ehemaliges „Goldbrüderchen“ (S. 269) sehr traurig. Als Georgs Brüder von seiner Flucht aus dem KZ Westhofen erfahren, versuchen sie, ihm eine Falle zu stellen, und verwenden ihre Mutter als Köder, um ihn festnehmen zu können. 

Georgs Mutter ist zum Zeitpunkt der Handlung vierundfünfzig Jahre alt und eine kränkliche, kleine und dicke Frau mit jungen, braunen Augen, aus denen „Vorwurf und Ratlosigkeit“ (S. 83) sprechen, da ihr Georg seit seinen jungen Jahren viel Ärger bereitet. Seit Georgs Vater verstorben ist, lebt Frau Heisler bei ihrem zweitältesten Sohn (S. 268). 

Obwohl die Mutter inzwischen nur noch einen geringen Bezug zu Georg hat, so ist er doch immer noch sehr präsent in ihrer Erinnerung. Sie will ihn daher vor der Falle warnen, sollte sie ihn kommen sehen. Ihr zweitältester Sohn bemerkt die tiefe Unruhe seiner Mutter wegen der Situation und teilt ihr heimlich unter vier Augen mit, dass er einen Nachbarn darum gebeten hat, Georg davon abzuhalten, in ihre Wohnung zu kommen (S. 272-273). Da Georg aber vermutet, dass sie seine Mutter überwachen, geht er gar nicht erst zu ihr. 

Georg und Franz

Nach der Schule absolviert Georg eine Autoschlossereilehre, wird aber Ende der 1920er Jahre aufgrund der Weltwirtschaftskrise arbeitslos (S. 68). Nach seiner Schulentlassung trifft er auf dem Eschenheimer Fußballplatz zufällig zum ersten Mal auf Franz Marnet. 1927 begegnet ihm Georg in einem Fichte-Lager wieder, in dem er einen Jiu-Jitsu Kurs anbietet. Georgs Versuche, diesen Kurs zu stören, schlagen fehl und das Verhältnis der beiden jungen Männer bleibt zunächst unterkühlt und distanziert.

Georg und Franz treffen sich beim nächsten Mal Anfang 1928 auf einer Demonstration in Frankfurt wieder. Als sich die Sohle von Georgs Schuh löst, lädt ihn Franz zu sich in seine kleine Wohnung ein und bietet ihm an, dort zusammen mit ihm zu wohnen. Da auch Franz bald darauf seine Arbeit verliert, legen die beiden Männer ihr Stempelgeld und die Verdienste aus der Gelegenheitsarbeit von nun an zusammen. Beiden bleibt dieser Winter als eine schöne und unvergessene Zeit in Erinnerung. 

Mithilfe von Franz kann Georg endlich seinem einengenden Elternhaus entfliehen und wird von diesem immer weiter in den politischen Aktivismus integriert: „Sie arbeiteten und lernten und gingen gemeinsam demonstrieren und auf Versammlungen; sie wu...

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