Ernst Wallau

Ehemaliger Soldat, Betriebsrat und Abgeordneter

Ernst Wallau ist einer der sieben Häftlinge, die aus dem KZ Westhofen im Oktober 1937 flüchten können. Er kommt am 8.10.1894 (S. 193) als Kind von Franz und Elisabeth Wallau, geborene Enders (S. 194), zur Welt. Seine Mutter lebt bis zu der Flucht ihres Sohnes aus dem KZ Westhofen bei ihrer Tochter Margarete Wolf und deren Mann im Mariengässchen 8 in Mannheim. 

Ernst Wallau dient im Ersten Weltkrieg als Frontsoldat. Er ist Mitglied der KPD und schon im Oktober 1918, dem Monat seiner Gründung, tritt er dem Spartakusbund bei. Er wird Bezirksleiter der KPD, Betriebsrat bei Opel in Mannheim (S. 361) und Abgeordneter. Er ist zum Zeitpunkt der Romanhandlung bereits zum zweiten Mal aufgrund seiner politischen Überzeugungen inhaftiert und wird im Frühling 1934 zwei Monate nach Georg Heisler ins KZ Westhofen eingeliefert.

Die sozialistische Familie

Ernst Wallau ist mit Hilde (geborene Berger) verheiratet und hat mit ihr die beiden Söhne Karl und Hans. Die Eheleute verbindet die gemeinsame politische Überzeugung und ihre Biografien sind klar politisch geprägt: Beide entstammen sozialistisch geprägten Elternhäusern und erziehen auch ihre eigenen Kinder in diesem Sinne. Vor allem der ältere der beiden Söhne wird unter dem Deckmantel der Uniform der Hitlerjugend zur geheimen Überbringung von Nachrichten und zum Knüpfen von Verbindungen benutzt. 

Die beiden Eltern können sich voll und ganz auf die Loyalität ihrer Kinder verlassen: „Wie ich noch am Leben war in den ersten Jahren von Hitlers Machtantritt, als ich noch all das tat, wozu ich am Leben war, da konnte ich unbesorgt diese Knaben meine Verstecke wissen lassen, in einer Zeit, in der andere Söhne ihre Väter den Lehrern verrieten.“ (S. 195).

Hilde Wallau begreift schnell, dass sie ihren Mann dann niemals wiedersehen wird, wenn sie es nicht schafft, seine Befreiung zu organisieren. Denn all ihre Bitten um Besuchserlaubnis werden von Beginn der zweiten Inhaftierung an schroff und mit Drohungen abgelehnt (S. 142). Daraufhin beschließt sie, ihren Mann zu retten, „koste es, was es wolle“ (S. 142). Hilde weiß, dass ihr Ehemann „mit der ganzen Kraft hellbewusster Menschen darauf brannte, zu leben, weiterzuleben, dass er den leisesten Hinweis verstehen würde“ (S. 143). Sie nutzt dafür besonders die Hilfe ihres ältesten Sohnes, „der von dem Vater in alten Zeiten noch gründlich belehrt, von der Mutter jetzt in den Plan eingeweiht und ganz behext war“ (S. 143). 

Körperliches und psychisches Durchhaltevermögen

Ernst Wallau ist ein ...

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