Figurenrede

Bei der Wiedergabe von Sprache bedient sich Anna Seghers aller fünf Formen der Figurenrede, die sehr kunstvoll in den Text eingeflochten wird. Im Folgenden werden einige Beispiele zur Veranschaulichung genannt, darüber hinaus lassen sich viele weitere Ausgestaltungen im Roman finden. Die wechselnden Darbietungsformen stellen ein charakteristisches Stilmittel der Erzählung dar.

Direkte Rede

Als direkte Rede bezeichnet man eine wörtliche, unveränderte und direkte Wiedergabe von sprachlichen Äußerungen. Meist werden die Aussagen einer Person durch eine „inquit-Formel“ markiert, die eine exakte Zuordnung möglich macht: „»Lasst mir jetzt mal den Bub zum Essen kommen«, sagte Mettenheimer.“ (S. 175). Diese Formel findet sich an vielen Stellen der Romanhandlung.

In den Momenten, in denen eine möglichst detailgetreue Wiedergabe und eine größtmögliche Nähe zur Handlung angestrebt werden, verzichtet der Autor auf diese Formel. Die unterschiedlichen Sprecher werden dann nicht benannt und ihre Stimmen durch Satzzeichen voneinander abgegrenzt. So belauscht Hermann in seiner Mittagspause die Gespräche seiner Kollegen, die sich über die Flüchtlinge unterhalten: „»Jetzt sind es nur noch zwei, gestern hat man noch drei angegeben.« - »Einer hat eine Frau niedergeschlagen.« - »Warum?« - »Er hat Wäsche vom Seil gestohlen. Da ist sie dazugekommen.«“ (S. 293).

Indirekte Rede

Als indirekte Rede bezeichnet man ein nicht wörtliche Wiedergabe von gesprochenen Worten. Sie erlaubt es dem Erzähler, die Aussagen zu bewerten oder in ihrer Art und Weise zu charakterisieren (rasch, leise, in dem Tonfall, etc…). Die Distanz zwischen dem Leser und dem Dargestellten ist bei der indirekten Rede größer als bei der direkten. 

Sie kann problemlos mit der direkten Rede verknüpft werden und fasst dabei in einem Wortaustausch einige Aussagen kompakt zusammen (indirekte Rede), ...

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