Rezension

Joseph von Eichendorffs »Das Schloss Dürande« gilt nicht nur als Klassiker der deutschen Spätromantik, sondern auch als Werk mit eindeutig politischer Prägung. Die Novelle wurde im Jahr 1837 als Auftragsarbeit des Verlegers Brockhaus in der »Urania«, einer Taschenbuchreihe für Frauen, veröffentlicht. Der Schriftsteller siedelt die Geschichte in Paris und der Provence am Beginn der Französischen Revolution (1789 - 1799) an. 

Bemerkenswert sind vor allem die antirevolutionären Botschaften der Novelle, die jedoch mitunter eine Verzerrung der historischen Ereignisse implizieren. Darüber hinaus setzt sich der konservative Dichter in »Das Schloss Dürande« mit den Schwachstellen des Absolutismus auseinander und plädiert für eine Reform des Adels, den er mitverantwortlich für die Revolution macht. Ferner lassen sich religiöse Motive im Werk finden, die einen nach Eichendorffs Ansicht ‚oberflächlichen Glauben‘ kennzeichnen.

Die poetologischen, politischen und religiösen Ansichten des Autors sind in eine vordergründige Handlung eingebettet: Die bürgerliche Förstertochter Gabriele, die mit ihrem Bruder Renald eine Waldhütte in der Provence bewohnt, beginnt eine Liebesbeziehung zu einem Unbekannten. Nachdem Renald die beiden im Wald erwischt und erfolglos auf ihren Liebhaber geschossen hat, schic...

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