Merkmale des Märchens im Werk

Abweichungen vom klassischen Volksmärchen

Eichendorffs »Das Schloss Dürande« enthält sowohl Merkmale einer Novelle als auch märchenhafte Züge und folgt damit der epochentypischen Gattungsvermischung. Alles in allem ist die Erzählung jedoch komplexer und vielschichtiger als das klassische Volksmärchen. Allein die Sprache ist gehaltvoller und von höherem literarischem Niveau. 

Darüber hinaus sind die Charaktere der Figuren ausgeprägter und weniger eindimensional als im klassischen Märchen ausgestaltet. Sie lassen sich nicht pauschal in Gut und Böse unterteilen und machen, mit Ausnahme von Gabriele, eine Entwicklung durch. Insbesondere die psychologische Dimension des Jägers Renald geht über die märchenhaften Stereotypen hinaus. 

In Eichendorffs Erzählung fehlen außerdem die magischen und übernatürlichen Ereignisse, die für die Gattung des Märchens von zentraler Bedeutung sind. Lediglich einige Andeutungen unerklärlicher Phänomene und Gegensätzlichkeiten sind in der Novelle auszumachen (s.u.). Die vordergründige Handlung bleibt jedoch in der Realität verhaftet.

Nicht zuletzt geht die Erzählung auf einen namentlich bekannten Autor zurück, während das Volksmärchen anonymen Ursprungs ist. Mehr noch: Es sind sogar autobiografische Anspielungen im Werk zu finden (vgl. Abschnitt „Autobiografische Bezüge“)....

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