Darbietungsform und Sprache

Figurenrede

Auf welche Art und Weise der Erzähler die Geschichte wiedergibt, drückt sich nicht zuletzt im Gebrauch der Figurenrede aus. Was ein Charakter mitzuteilen hat, kann direkt oder indirekt wiedergegeben werden. Eichendorffs Erzähler wechselt sehr häufig und zum Teil unmittelbar zwischen beiden Varianten hin und her. 

Beispiele für den Übergang zwischen direkter und indirekter Rede finden sich in einigen prominenten Dialogsituationen der Novelle, so etwa im Gespräch zwischen Renald und dem jungen Grafen Hippolyt. „Renald aber, da er den Grafen erblickte, […] sagte: er habe den Kammerdiener hier zu finden geglaubt, um ihn anzumelden. Er sei schon öfters zu allen Tageszeiten hier gewesen […] so habe er denn heute auf der Straße gewartet, bis der Graf zurückkäme. ‚Und was willst du denn von mir?‘, fragte der Graf […]. ‚Gnädiger Herr‘, erwiderte der Jäger nach einer Pause, ‚Sie wissen wohl, ich hatte eine Schwester […].‘“ (S. 23). Auffällig ist, dass die indirekte Rede ähnlich der wörtlichen Rede mit einem Doppelpunkt eingeleitet wird. Diese ungewöhnliche Schreibweise zieht sich durch den gesamten Text hindurch.

Was die Gedanken der Figuren betrifft, so werden diese überwiegend direkt und unmittelbar wiedergegeben. Man spricht auch vom Gedankenzitat. Dieses ist in der vorliegenden Ausgabe zum Teil mit und zum Teil ohne Anführungszeichen versehen: „[…] aber sie schwieg und dachte: kommt Tag, kommt Rat.“ (S. 6) – „‘Gott‘, dachte sie, ‚wenn er noch draußen stünd‘!‘“ (S. 7) – „‘Ja‘, dachte Gabriele, ‚wenn ich ein Vöglein wäre!‘“ (S. 16) - „Ja wohl, gar manche stille Nacht, dachte der Graf, sich mit der Hand über die Stirn fahrend“ (S. 34). Die Gedankenzitate werden durchgehend mit verba credendi eingeleitet.

Eichendorff‘sche Naturbeschreibungen

Joseph von Eichendorffs Werke sind durch eine charakteristische Handschrift gekennzeichnet, die sich insbesondere in seiner bildhaften bzw. bildgewaltigen Sprache äußert. Wie sich u.a. auch den zeitgenössischen Kritiken entnehmen lässt, gehört die „Schilderung träumerischer Naturszenen“ (Quelle) zu den typischen Eichendorff-Merkmalen. Die einen loben den Dichter deshalb als...

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