Adoleszenz

Merkmale der Unreife

Im Laufe seiner Heldenreise entwickelt sich der Protagonist Florio vom unerfahrenen Jüngling hin zum reifen Mann. Seine Adoleszenz macht sich bereits in seinem sprechenden Namen bemerkbar. Aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet Florio so viel wie ‚der Blühende‘. Eichendorffs Held ist demgemäß mit einer ‚aufkeimenden Pflanze‘ vergleichbar. 

Die erste Stufe seiner Entwicklung markiert der Autor als Loslösung vom Elternhaus und Entfernung aus der als „Gefängnis“ (S. 4) empfundenen Heimat. Florio hat „das Reisen erwählt“ (ebd.), welches spätestens seit Goethes Ideal der Bildungsreise dem Zweck der Persönlichkeitsentwicklung dient (vgl. Kapitel „Analyse“, Abschnitt „Ort – Italien“).

Eichendorff beschreibt seinen Helden als „junge[n] Edelmann“, der „unschuldig in die dämmernde Welt“ hinaussieht (S. 3). In Italien, dem ‚Land der schönen Künste‘, glaubt Florio die Erfüllung seiner Sehnsüchte zu finden. 

Im Dialog mit Fortunato, seiner ersten Kontaktperson, wirkt der Protagonist noch etwas verschüchtert. Beschämt, fast selbstmitleidig spricht er mit ihm über seine Ambitionen als Dichter. Vom Genie der alten Meister, die ihm als Vorbild dienen, fühlt er sich offenbar eingeschüchtert. Noch fehlt es Florio an erreichbaren Idealen. 

Das „junge[ ], sorglose[ ] Gemüt“ (S. 46) des Helden zeigt sich vor allem darin, dass er ‚nach den Sternen greift‘ und dabei das naheliegende Glück übersieht. Der in der Liebe noch unerfahrene Jüngling findet zwar Gefallen an der keuschen Bianka, doch diese verliert schon bald an Reiz und Florio strebt nach einem „viel schönere[n], größere[n] und herrliche[n]“ Frauenideal, „wie er es no...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen