Venusmythos

Antike Venusmythen

Der römischen Mythologie zufolge ist die Venus die Göttin des Frühlings, der Blumen und der Gärten. Sie herrscht über den gesamten Bereich der Vegetation und wird von den Gärtnern und Winzern verehrt. Im Laufe des 2. Jh. v. Chr. wurde sie mit der griechischen Liebesgöttin Aphrodite gleichgesetzt, deren mythologische Elemente sie nun weitestgehend übernahm. Mit der Hellenisierung wurde die Zuständigkeit der Venus auf die Bereiche der Schönheit und Sexualität ausgeweitet. Als allgemeine Fruchtbarkeitsgöttin verkörperte sie fortan alle sinnlichen Erscheinungsformen bei Mensch und Natur. 

Um die Venus/Aphrodite ranken sich verschiedene Entstehungsmythen. Am wohl bekanntesten ist die durch den griechischen Dichter Hesiod verbreitete Vorstellung, die Göttin sei aus dem Schaum des Meeres geboren. Demnach habe Saturn seinen Vater Uranus kastriert und dessen abgeschnittenes Glied ins Meer geworfen. Blut und Samen vermischten sich zu einem weißen Schaum, aus dem die Venus emporgestiegen sei. Auf einer Muschel sei die Göttin schließlich nach Zypern gelangt. Nachdem sie an Land gegangen war, habe sie mit jedem ihrer Schritte Gras und Blumen auf der Insel hinterlassen. 

Dem griechischen Dichter Homer zufolge ist Aphrodite/Venus die Tochter des Zeus und der Dione. Später heiratete sie Hephaistos, den Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Dieser fertigte ihr einen Gürtel, der magische Verführungskünste besaß. Entsprechend war die Venus ihrem Ehegatten alles andere als treu, zeugte Kinder mit anderen Partnern, darunter Hermes und Dionysos. 

Der älteste Venustempel befand sich auf dem Berg Eryx in Sizilien. Da sich dort Prostituierte, sogenannte Hierodulen, aufhielten, war der dort praktizierte Venuskult vermutlich orientalischen Ursprungs. In einem Tempel auf dem römischen Caesarforum wurde die Venus vor allem als Herrin der Bäder verehrt und in Verbindung mit Wasserspielen und Brunnennymphen dargestellt. Auch in den heimischen Schreinen der Römer war der Typus der ‚badenden Venus‘ verbreitet. 

Für die mythologische Darstellung der Venus sind insbesondere die ihr zugeordneten Symbole von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört neben dem bereits genannten Liebesgürtel auch der Spiegel, in welchem sich die Göttin der Schönheit in narzisstischer Eigenbliebe betrachtet. Darüber hinaus sind es bestimmte Tiere und Pflanzen, welche die Venus begleiten, wie beispielsweise der Schwan oder die Rose. Nicht zuletzt finden sich in den Venusdarstellungen der römischen Kunst geflügelte nackte Knaben mit Pfeil und Bogen an der Seite der Göttin. 

Der Frühlingsmonat April gilt als Festmonat der Venus, die auch den Beinamen „Aprilis“ trägt. Zu Ehren der Göttin wurden die ersten Aprilnächte mit Orgien gefeiert. Daraus entwickelte sich auch der Brauch des Aprilscherzes.

Der Venusmythos bei Eichendorff

Der Protagonist Florio nimmt Venus zunächst in Gestalt einer weißen Marmorstatue wahr. Im Laufe der Novelle wird das marmorne Venusbild jedoch immer lebendiger, wobei unklar bleibt, ob die ...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen