Merkmale des Märchens

Zeit und Ort 

Eichendorffs »Marmorbild« enthält sowohl Merkmale einer Novelle als auch märchenhafte Züge und folgt damit der epochentypischen romantischen Gattungsvermischung. Alles in allem ist die Erzählung jedoch komplexer und vielschichtiger als das klassische Volksmärchen. Auch die Sprache ist gehaltvoller und von höherem literarischem Niveau. Mehr noch: Es sind sogar autobiografische Anspielungen in dem Werk zu finden (vgl. Abschnitt „Autobiografische Bezüge“). 

Typisch märchenhaft sind jedoch die Ort- und die Zeitlosigkeit des »Marmorbildes«. Zwar spielt die Handlung in der toskanischen Stadt Lucca. Deren Eigenschaften sind jedoch austauschbar und widersprechen zum Teil einer exakten geografischen Zuordnung (vgl. Kapitel „Analyse“, Abschnitt „Ort“). Darüber hinaus bleibt die zeitliche Einordnung der Geschichte unbestimmt. Es liegt lediglich die Vermutung nahe, dass sich das Geschehen im Mittelalter ereignet. Zudem erinnert der einleitende Satz „es war ein schöner Sommerabend“ (S. 3) mit seiner vagen Zeitangabe an die märchenhafte Formel „Es war einmal…“. 

Personen

Das klassische Volksmärchen zeichnet sich durch sehr typenhafte, schablonenartige Charaktere aus, die sich leicht in Gut und Böse unterteilen lassen. Auch Eichendorff zei...

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