Donati

Der finstere Ritter

Der Name Donati ähnelt dem lateinischen Namen Donatus, was ‚Der (von Gott) Geschenkte‘ bedeutet. Eichendorff übernahm den Namen aus einer Gespenstergeschichte von Eberhard Happel aus dem Jahr 1687. Happels Donati weist viele Ähnlichkeiten zu Eichendorffs Figur auf.

Im »Marmorbild« erscheint der Ritter Donati erstmals auf einem Freilichtfest vor den Toren der italienischen Stadt Lucca. Er betritt ein Festzelt, in welchem sich auch der schüchterne Dichter Florio sowie der weise Sänger Fortunato aufhalten. Der Auftritt des geheimnisvollen Donati erregt Aufsehen unter den Gästen: „Eine ängstliche Störung, deren Grund sich niemand anzugeben wusste, wurde überall sichtbar.“ (S. 11/12).

Donati wird als „hoher schlanker Ritter in reichem Geschmeide, das grünlichgoldene Scheine […] warf“ (S. 11) beschrieben. Seine hochherrschaftliche Ausrüstung steht in völligem Kontrast zu seiner düsteren Mimik: „Sein Blick aus tiefen Augenhöhlen war irre flammend, das Gesicht schön, aber blass und wüst.“ (ebd.). Es fällt auf, dass er sogleich zum Buffet eilt, um hastig ein Glas Rotwein hinunterzustürzen. 

Das „grünlichgoldene Scheine“ weist den unheimlichen Ritter als Gesandten der Venus aus, welche ebenfalls durch dieses Attribut charakterisiert ist (vgl. S. 35). Donatis Erscheinen im Festzelt wird bereits in einem Lied angedeutet, das der tiefsinnige Sänger Fortunato kurz zuvor vorgetragen hatte. In diesem ist von einem stillen Gast die Rede, der als Todesbote in Erscheinung tritt (vgl. S. 10).

Der falsche Freund

Der merkwürdige Donati passt nicht so recht in die Festgesellschaft hinein. Allein bei dem naiven Jüngling Florio kann sich der arglistige Ritter einschmeicheln, inde...

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