Bianka

Die bezaubernde Ballspielerin

Der Name Bianka leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet ‚die Weiße‘ oder ‚die Glänzende‘. Er lässt sich auch als ‚die Reine‘ oder ‚die Unschuldige‘ übersetzen. Im »Marmorbild« tritt Bianka erstmals auf einem Freilichtfest vor den Toren der italienischen Stadt Lucca in Erscheinung. Sie vergnügt sich zusammen mit ein paar anderen Mädchen beim Federballspielen. Dabei fällt sie dem jungen Dichter Florio auf, der kurz zuvor in Begleitung des Sängers Fortunato die Festwiese betreten hatte.

Florio bewundert die „zierliche, fast noch kindliche Gestalt“ Biankas sowie „die Anmut aller ihrer Bewegungen“ (S. 5). „Sie hatte einen vollen, bunten Blumenkranz in den Haaren und war recht wie ein fröhliches Bild des Frühlings anzuschauen […].“ (ebd.). Als versehentlich ein Federball vor Florios Füßen landet, kommt es zu einem ersten flüchtigen Kontakt mit der schönen Unbekannten. Die schüchterne Bianka reagiert „erschrocken“ (ebd.), als Florio ihr den Ball reichen will, und sieht „ihn schweigend aus den schönen großen Augen an. Dann verneigt[ ] sie sich errötend und eilt[ ] schnell wieder zu ihren Gespielinnen zurück.“ (ebd.).

Die hier beschriebene Frische und Unbefangenheit ebenso wie der Blumenkranz und die graziösen Bewegungen Biankas verkörpern ein Frauenideal, das in der Romantik überaus beliebt war und gewissermaßen dem ‚romantischen Naturkind‘ entsprach (vgl. Kapitel „Interpretation“, Abschnitt „Frauenbilder“).

Die scheue Kindfrau

Nur wenige Augenblicke später beobachtet Florio die charmante Bianka, wie sie gemeinsam mit anderen Gästen dem Gesang des berühmten Sängers Fortunato lauscht. Dabei ist die verträumte junge Frau überaus andächtig. 

Florio entdeckt die „niedliche[ ] Ballspielerin“ (S. 6) kurz darauf in einem Festzelt wieder und setzt sich neben sie: „Sie erkannte ihn sofort wieder uns saß still und schüchtern da, aber die langen furchtsamen Augenwimper hüteten nur schlecht die tiefen dunkelglühenden Blicke.“ (ebd.). 

In einem Lied teilt Florio der stillen Bianka seine heimliche Zuneigung mit. Die schöne Kindfrau schaut währenddessen ein weni...

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